Alle beantworten gerade mal wieder einen Fragebogen, Anne machte es, Sven machte es, Isabel machte es ironisch verschlüsselt, ich finde so etwas großartig (siehe Punkt 5). Mache ich also auch, natürlich verspätet, wie immer. Punkt 21: Ich mache immer alles verspätet.

1. Eine meiner frühesten politischen Erfahrungen machte ich ungefähr im Alter von sieben Jahren: Damals wurde mir ein DKP-Wahlplakat mit den Worten „Die wollen, dass alle Menschen gleich sind“ erklärt. Das sollte mich eigentlich abschrecken, ich aber dachte: „Als Konzept ist das doch ganz in Ordnung.“ Im Grunde denke ich das heute noch.

2. Was hingegen anders geworden ist: Als Kind hasste ich es, wenn meine Großmutter Nasi Goreng machte. Heute liebe ich südostasiatische Küche.

3. Ich bin fast immer begeistert, ein paar Tage aufs Land zu fahren. Aber hier leben, nein danke.

4. Mit meine liebste Freizeitbeschäftigung ist Bergwandern. Das machte ich schon als Kind gerne, habe es dann ein wenig schleifen gelassen und vor ungefähr zehn Jahren auf Mallorca wieder angefangen.

5. Ich halte Stöckchen für eine der schönsten Skurrilitäten der Blogosphäre.

6. Mein ehemaliger Englischlehrer sagte mir voraus, dass ich später mal Journalist werden würde. Meine ehemalige Französischlehrerin sagte mir voraus, dass ich später mal Politiker werden würde.

7. Niemand sagte mir voraus, dass ich später mal heiraten würde.

8. Viele Leute behaupten, ich würde überaus häufig nörgeln. Wahrscheinlich ist da was dran, und ich bin ein Muffelkopp, dabei würde ich wirklich lieber mit Sympathie auf die Phänomene dieser Welt schauen.

9. Ich bin wohl wirklich nicht religiös. Manchmal finde ich das schade.

10. Sex, Drugs and Rock’n’Roll finde ich als Konzept ganz großartig, aber immer wenn es drauf ankommt, schiebe ich ästhetische Probleme vor.

11. Als Kind war es mir immer unangenehm, ins fremdsprachige Ausland zu fahren. Ich nahm an, dass die Leute ständig über mich reden würden.

12. Heute hingegen hat es durchaus seinen Reiz für mich, Alltagsgespräche einmal nicht zu verstehen. Metro Budapest, ein Paradies.

13. Städte dieses Landes, die ich sympathisch finde: Berlin, Hamburg, alles im Ruhrgebiet, Frankfurt. Ja, Frankfurt, echt.

14. Städte dieses Landes, mit denen ich wenig anfangen kann: München, Düsseldorf, Stuttgart.

15. Städte dieses Landes, zu denen ich demnächst gerne ein Verhältnis aufbauen würde: Dresden, Leipzig.

16. Ich habe etwas gegen bildungsbürgerlichen Dünkel, kann mich aber selbst nicht ganz davon freimachen.

17. Mein Lieblingsspielzeug ist mein Smartphone. Mein Zweitlieblingsspielzeug der Herd.

18. Ich empfand es nie als Einschränkung meines Lebens, Brillenträger zu sein, bis ich anfing, regelmäßig in die Sauna zu gehen.

19. Ich empfinde es als Qualität, in manchen Bereichen meines Lebens gescheitert zu sein. Mathestudium abgebrochen, okay, Dissertation nicht fertiggestellt, okay. Wirklich ärgerlich ist hingegen, dass ich nie längere Zeit im Ausland gelebt habe.

20. Ein Körperteil, den ich mag: meine Augenbrauen.

8 Kommentare

  1. Ja, Frankfurt ist toll. Weiß nur keiner.

  2. Pingback: 20 Dinge … (ich jetzt auch noch) | Kommander Kaufmann

  3. Punkt 19: So wahr!
    Alles andere: Überaus sympathisch und interessant :).

  4. :)
    Punkt 1: Aus Sicht der Pädagogin ist „Alle Menschen sind gleich“ ein unvollendeter Satz.
    Punkt 2: Sie hat Nasi Goreng gemacht?
    Punkt 13: Ja, aber pssst!

    • Punkt 1: Stimmt, aber Erinnerungen sind ebenfalls unvollständig.
      Punkt 2: Hat sie, und, wie man mir erzählte, auch recht gut, gerade wenn man einrechnet, dass die Zutaten nicht leicht zu bekommen waren. Keine Ahnung, weswegen ich das nicht zu würdigen wusste.
      Punkt 3: Das glaubt mir ohnehin niemand, da muss ich nicht leise sein.

  5. Punkt 2: Siehe Punkt 11.

    • Wie heißt es denn korrekt?

      • Du sagst, du hast keine Ahnung, weswegen du das nicht zu würdigen wusstest … die Antwort hast du in Punkt 11selbst geliefert: „Ich nahm an, dass die Leute ständig über mich reden würden.“ Meine Interpretation 😉 Ich meine, wer will in dem Alter und zu der Zeit schon zugeben, dass er Nasi Goreng (wattnDATTN?!?) von seiner Oma gekocht bekommt – und ISST?? Da aß man Pommes mit Majo oder Pizza oder Nudeln mit Ketchup oder vielleicht noch Spätzle, aber wer kannte damals schon Nasi Goreng? Damals kannte man ja auch noch nicht mal Flip Flops – und die kannte jeder, der Nasi Goreng aß 😀

  6. Pingback: Ein digitales Stöckchen | Bandschublade