Ich esse Fleisch. Ich bin da nicht stolz drauf, eigentlich würde ich gerne auf Fleisch verzichten, aus preislichen, aus gesundheitlichen, vor allem aber aus moralischen Gründen, ich mache es nicht. Dabei ist es nicht so, dass etwa der soziale Druck zu hoch wäre, im Gegenteil, in meinem Umfeld gibt es viele Vegetarier, niemand würde mir mit der duftenden Lammkeule vor der Nase herumwedeln, „Hmm! Möchtest du auch?“ Auch die Erziehung ist nicht schuld, bei meinen Eltern gab es zwar Fleisch, aber nicht ideologisch, also, nicht, dass jeden Tag ein Braten in dunkler Soße auf dem Tisch hätte stehen müssen. Nein, wahrscheinlich ist es so: Mir schmeckt Fleisch schlicht. Schweinfleisch, Rind, Geflügel, Lamm, vor allem Lamm.
Allerdings: Ich esse wenig Fleisch. Und wenn ich welches kaufe, dann meistens aus dem Bioladen, oder zumindest aus der Bioabteilung des Discounters. Ich weiß, ich lüge mir damit in die eigene Tasche, Fleischfressen ist Fleischfressen, und Discounterkram ist gleich nochmal übler, egal ob Bio oder nicht. Ich könnte auf Fleisch verzichten, Vegetarismus, kein Problem, wichtig sind mir Gewürze, wichtig sind mir, nicht zuletzt, Milchprodukte. Ohne Milch, ohne Sahne, ohne Käse könnte ich nicht. Ein Vegetarier zu sein, das könnte ich mir vorstellen, ein Veganer – nein.

Der US-amerikanische Romancier Jonathan Safran Foer hat ein Sachbuch über den Fleischverzehr geschrieben, „Tiere essen“. Und gestern lasen die Übersetzer Brigitte Jakobeit, Ingo Herzke sowie die wunderbare Isabel Bogdan im Restaurant Trific in Hoheluft aus „Tiere essen“. Und zwischen den einzelnen Passagen servierte Oliver Trific ein dreigängiges veganes Menü. Vegan! Und das war auch noch lecker! (Wenn man davon absieht, dass ich den Apfelstrudel zum Nachtisch ein wenig trocken fand und die Schöne sich nicht mit der Sojamilch im Cappuccino anfreunden wollte). Ich aber esse Fleisch, bald wieder.

Das Foto zeigt den Nachtisch, Strudel mit Zimtsorbet. Keine Ahnung, wie man so etwas vegan hinbekommt, ich würde es auf keinen Fall schaffen.

26. September 2010 · Kommentare deaktiviert für Was alles nicht ging · Kategorien: Bretter · Tags: , , , ,

Man könnte natürlich einen Bericht schreiben, wie es denn so war, bei der Premiere von „Hänsel und Gretel gehn Mümmelmannsberg“ am Hamburger Schauspielhaus. Dann könnte man schreiben, dass es schwierig war, sich in die Ästhetik von Regisseur Volker Lösch reinzudenken, dass seine vorangegangene Produktion „Marat, was ist aus unserer Revolution geworden“ politisch schärfer war, dass man eine ganze Weile das unangenehme Gefühl von Sozialvoyeurismus hatte, man ist Schauspielhaus-Bildungsbürgertum und geht jetzt Mümmelmannsberger Assis gucken. Man könnte aber auch schreiben, dass sich dieses Gefühl plötzlich umdrehte, dass plötzlich wir Zuschauer die Angegriffenen waren, die ein großes Interese daran haben, dass der soziale Brennpunkt Mümmelmannsberg bitteschön weiterhin sozialer Brennpunkt bleibt, man könnte schreiben, dass die Inszenierung von diesem Moment ab plötzlich funktionierte, als nämlich mit einem Mal Ross und Reiter genannt wurden. Oder man könnte schreiben, dass man Marion Breckwold noch nie so gut sah, wie gestern abend, man könnte auch etwas zum Einsatz des Chores in der Ästhetik Volker Löschs schreiben, ach, man könnte so vieles.

Und in jedem Fall wäre man am Thema vorbei geschliddert.

Weil nämlich das Schauspielhaus gerade ganz andere Probleme hat als das Gelingen oder das Misslingen einer Premiere: eine Etatkürzung in Höhe von 1,2 Millionen Euro. Was viel ist, zu viel, es ist vollkommen verständlich, dass das Team diese Kürzung als Kampfansage auffasst, und es ist großartig, dass das Team bereit scheint, diesen Kampf aufzunehmen. Zumal das Schauspielhaus seit dem überraschenden Rücktritt von Intendant Friedrich Schirmer ein leichtes Opfer zu werden schien, führerlos wie es war.
Gestern abend auf jeden Fall skandierte das Ensemble „Wir sind das Schauspielhaus!“, worauf das Publikum im Chor „Wir auch!“ antwortete. Was mich allerdings ein wenig irritierte: Ich bin gerne solidarisch mit dem Schauspielhaus, nur nicht bedingungslos, tut mir leid. Und: Es muss doch einen Grund geben, weswegen mir dieses „Wir auch!“ schwer über die Lippen ging, weswegen ich manchmal bezweifelte, dass das Schauspielhaus tatsächlich uneingeschränkt mein Theater ist. Warum ich das bezweifle, dafür suche ich jetzt ein paar Gründe.

1. Tom Stromberg
Der Vorgänger Schirmers als Schauspielhaus-Intendant. Ästhetisch lief bei Stromberg längst nicht alles rund, aber Stromberg hatte das Glück, dass während seiner Intendanz die CDU-Schill-Koalition in Hamburg ihr Unwesen trieb und mit ihr die unsägliche Kultursenatorin Dana Horáková. Gegen die machte Stromberg von Anfang an Front, weswegen sein Theater schnell den Ruch des Widerständigen hatte, einen Nimbus, der ästhetisch eigentlich nicht begründet war. Nachdem Strombergs Provokationen zur Nichtverlängerung seines Vertrags führten, musste sich sein Nachfolger Friedrich Schirmer entsprechend dagegen wehren, als handzahmer Intendant von Regierungsgnaden zu gelten. Dass er das nicht schaffte, lag nicht zuletzt am

2. Delphin
Das Wappentier von Schirmers Schauspielhaus, ein entsetzliches Missverständnis. Schirmer wollte damit an die Macht der Phantasie appellieren, an die Kraft des Glaubens an Unmögliches, er wollte Hamburg ans offene Meer führen, ungeachtet der 100 Kilometer hoch industrialisierter Elbe bis zur Mündung. Was er mit dem doofen Meeressäuger schaffte, war: an ein hochintelligentes, im Volksglauben aber schwer harmloses und zudem von blöden Esoterikern vereinnahmtes Tier zu gemahnen. Eine der ersten Aktionen nach Schirmers Rückzug war: den Delphin durch einen Hai zu ersetzen. Zähne zeigen, endlich, gut so.

3. Dramaturgie
Das erfolgreiche Thalia-Theater in direkter Nachbarschaft zum Schauspielhaus hatte unter Intendant Ulrich Khuon eine schillernde Dramaturgie: den leutseligen Netzwerker Michael Börgerding. Die coole Karrieristin Sonja Anders. Den Hansdampf in allen Gassen John von Düffel. Das Schauspielhaus hatte Michael Propfe, einen älteren Herrn mit dem Image eines Oberstudienrats, sehr klug sicher, aber im Verein mit der übrigen Dramaturgenriege Nicola Bramkamp, Florian Vogel und Stephanie Lubbe doch nie von der intellektuellen Strahlkraft der Nachbarbühne. Statt dessen: brav. Kein Widerpart zu Regie, zu Kritik, zu Publikum und vor allem: kein Widerpart zur Intendanz.

4. Falsche Freunde
Für die Inszenierung „Frühlings Erwachen/Kids“ arbeitete das Schauspielhaus mit dem Verein „Werte erleben e.V.“ zusammen. Da hat niemand was dagegen, Werte zu erleben, ist ja eine gute Sache, und das ist eben das Problem: Alles ist hier schwammig, unentschieden, passt nicht zusammen. „Werte erleben“ hieß früher übrigens „Atlantic Forum“ und war ein übelster bildungsbürgerlicher Zusammenschluss, der als wichtigsten Wert die Westorientierung schon im Namen führte. Ich wage zu behaupten: Am Thalia hätte man solche Gestalten nicht einmal mit dem Hintern angeschaut.

Kein Grund: Stücke
Sicher gab es am Schauspielhaus unter Schirmer Flops, arge. Die gab es auch am Thalia. Und die gab es auch unter Stromberg. Es gehört zum Theatermachen, Flops zu produzieren und vor allem, Flops auszuhalten, wenn man klug ist, schafft man es sogar, den Umgang mit Misserfolgen zu einer eigenen Ästhetik umzudeuten. Das schaffte das Schauspielhaus nicht, zugegeben. Was es aber schaffte, waren viele ganz großartige Inszenierungen, nur mal zum Beispiel:
Hanns Henny Jahnn, Die Krönung Richards III., Regie: Sebastian Nübling
Ödön von Horváth, Zur schönen Aussicht, Regie: Martin Kusej
Simon Stephens, Pornographie, Regie: Sebastian Nübling
Rocko Schamoni, Dorfpunks, Regie: Studio Braun
Ödön von Horváth, Glaube Liebe Hoffnung, Regie: Karin Henkel
Volker Lösch nach Peter Weiss, Marat, was ist aus unserer Revolution geworden, Regie: Volker Lösch
Heinrich von Kleist, Penthesilea, Regie: Roger Vontobel
Maxim Gorki, Unten (Nachtasyl), Regie: Jürgen Gosch

Und wegen dieser Stücke bin ich: solidarisch. Weil sie mich hoffen lassen, dass das Hamburger Schauspielhaus einmal wieder uneingeschränkt mein Theater sein wird. Bald.

25. September 2010 · Kommentare deaktiviert für Ruhr · Kategorien: Cat Content · Tags: , ,


… und manchmal gibt es einfach viel wichtigeres als Kunst, Kultur, Politik, Pop und den ganzen übrigen Mist.

23. September 2010 · Kommentare deaktiviert für Zwei Seelen, ach! · Kategorien: Bretter · Tags: , , , ,

Ich habe keine Lust, etwas über den Streit zwischen Welt-Journalist Alan Posener und Thalia-Intendant Joachim Lux zu schreiben. Weil da zwei Meinungen in mir im Widerstreit liegen. So nämlich: Posener hat in der Welt einen Verriss geschrieben über die von mir hoch gelobte Hamlet-Inszenierung Luk Percevals. Worauf Lux einen offenen Brief an Posener bzw. an die Welt-Chefredaktion schrieb, dass das so nicht ginge.
Gefiel mir beides nicht. Zum einen: Den Artikel von Posener fand ich nicht besonders klug, in Teilen sogar inhaltlich gefährlich, zudem war ich bezüglich der Inszenierung ohnehin anderer Meinung. Zum anderen denke ich aber, dass ein Künstler sich nicht hinstellen sollte und beleidigt einen Protest formulieren, dass er sich missverstanden fühlt, egal wie niveaulos dieses Missverständnis formuliert wurde. Außerdem finde ich es unschön, wenn dieser Protest explizit an den Chef des Missetäters gerichtet ist, das hat einen Beigemschmack von „Bäh, ich geh jetzt zum Lehrer, Petzen!“ Ich erinnere an eine meiner allerersten Theaterkritiken, die schrieb ich für den Gießener Anzeiger über Roberto Galvan, damals Choreograph am Theater Gießen, und in jugendlicher Unbekümmertheit unterstellte ich seinen Arbeiten „Kraft-durch-Freude-Ästhetik“. Diese Ausdrucksweise kann man mir zurecht vorwerfen, dass allerdings der Gießener Intendant Guy Montavon nicht mir das vorwarf, sondern gleich zum Feuilletonchef rannte, das war doof. Und unsouverän.

Ich will also nichts über Posener und Lux und Hamlet schreiben. Ich will aber jemanden nennen, die das viel besser konnte: Karen Köhler, die ebenfalls einen offenen Brief an Posener schrieb. Uneitel, ehrlich, skrupellos im besten Sinne.

19. September 2010 · Kommentare deaktiviert für Rosenkranz and Guildenstern are one · Kategorien: Bretter · Tags: , , , , , , , ,

Ach, was für eine Sehnsucht: als Hamburger Theatergänger endlich wieder eine Premiere zu sehen, von der man von Herzen angetan ist und nicht irgendwie indifferent (die Thalia-Eröffnung „Vor uns die Sintflut“), verärgert (die Schauspielhaus-Eröffnung „Frühlings Erwachen/Kids“) oder mit Hörnern auf dem Kopf (weil der Schauspielhaus-Nachklapp „Penthesilea“ zwar durchaus begeisterte, allerdings seine Premiere bei den Ruhrfestspielen hatte und in Hamburg demnach schon durchgenudelt war, ius primae noctis, Sie verstehen?). Überhaupt einmal: eine Premiere zu sehen und sich für die Ästhetik zu interessieren und nicht für die Mühen der kulturpolitischen Ebene. Ach!

Vielleicht kam am Samstag ja die eigentliche Spielzeiteröffnung, zwei Wochen verspätet: Luk Perceval inszeniert am Thalia „Hamlet“. Jeder Regisseur möchte „Hamlet“ inszenieren, jeder Schauspieler möchte Hamlet spielen, jeder Dramatiker möchte „Hamlet“ geschrieben haben, Perceval macht es möglich: Er lässt Feridun Zaimoglu und Günter Senkel eine Neufassung des Shakespeare-Textes schreiben, und die Titelrolle bietet er auch gleich zwei Schauspielern an: Josef Ostendorf, alt, breit, schwer, und Jörg Pohl, jung, cool, lebendig. Was wie eine Schrulle klingt, aber ein Geniestreich ist: Perceval verändert die Figur des Dänenprinzen damit hin zum Pathologischen, lässt ein schizophrenes Krankheitsbild durchscheinen, das so tatsächlich auch schon bei Shakespeare angelegt ist. Aber: Die Besetzung Ostendorf/Pohl mag spektakulär sein, um einen Hamlet, der im Mittelpunkt steht, geht es hier nicht. Jede Rolle ist genau ausgearbeitet, jeder Darsteller weiß seine Rolle perfekt zu füllen, von Birte Schnöink als wunderbare Tomboy-Ophelia über Gabriela Maria Schmeide, die Hamlets Mutter mit Mut zu allen Pölsterchen eines Frauenkörpers gibt, bis hin zu Mirco Kreibich, in dem Rosenkranz und Güldenstern zu einer einzigen Slapstick-Figur des Grauens vereint sind. Man kann gar nicht genug schwärmen von diesem Ensemble, von dieser klugen Regie, die allen Darstellern ihren Raum gibt und sie dennoch in einen Inhalt zwingt, der Shakespeares Helsingör als monströs-grotesken Kinderalptraum zeigt.
Und darum geht es ja in erster Linie: um Inhalte. Perceval hat schon einmal mit dem Team Zaimoglu/Senkel einen Shakespeare bearbeitet, „Othello“, 2003 an den Münchner Kammerspielen. Thomas Thiemes Othello war damals der angepasste Fremde im Establishment, „Abitürke“ würde ihn Zaimoglu nennen, der zwar deutscher ist als die Deutschen, aber dennoch nie akzeptiert wird (und gegenüber dem alle Aggressionen aufgefahren werden, sobald er es wagt, die Blutsdeutsche zu ficken). Das war kluges, kraftvolles, vor allem eindeutig aufs Heute bezogenes Theater, und Perceval hätte es sich leicht machen können, indem er Zaimoglu und Senkel auch den „Hamlet“ konsequent in die Gegenwart schreiben ließe. Dass er das nicht gemacht hat, ist der größte Pluspunkt dieser Inszenierung: Perceval lässt Hamlet in einen zeitlich nicht einmal in groben Zügen fixierten Alptraum fallen, er ist ein Kind, das Grauenhaftes durchgemacht hat, Vater tot, Mutter frisch verheiratet, Kind einsam und ohne Freunde. Dass die Umgebung auf den Jungen grotesk wirkt, wer mag es ihm verdenken? Dass er ins Trauma und in den Wahnsinn flüchtet – ist es ein Wunder? Dass er sich aufspaltet, dass er mit sich selbst redet: klar, wo er doch nicht weiß, wem er trauen kann.

Langer Applaus, selbst für das Regieteam, was in Hamburg bemerkenswert ist: Ach, was für eine Sehnsucht. Und doch, und doch: Etwas ging verloren. Ein wenig nämlich der Charme des Thalia Theaters, seit Joachim Lux vor einem guten Jahr hier die Intendanz übernommen hatte: Eine Ästhetik des Unfertigen, der Angreifbarkeit hatte sich hier entwickelt, ein Bewusstsein der Brüchigkeit eigenen Könnens. Das war manchmal spröde, manchmal ärgerlich, vor allem war es aber ein Zugriff aufs Theater, den sonst kaum ein Haus wagte. Das scheint vorbei, die Macher dieses „Hamlet“ wissen wohl sehr gut, welche Qualität diese Inszenierung hat. Andererseits: Wenn diese Arbeit nicht zum Theatertreffen eingeladen wird, dann weiß ich auch nicht, und ein Stück weit kommt es auch darauf an, klar.

Edit: Diese Arbeit ist der fünfte Hamlet, der an einem großen Hamburger Theater gezeigt wird, seit ich in der Stadt wohne. Und ob solche eine Häufung von Dänenprinzen in einer ja nicht unbedingt als Theatermetropole zu bezeichnenden Stadt optimal ist, sollte man schon einmal überlegen. Die übrigen:

1999, Hamlet, Schauspielhaus/Wiener Festwochen, Regie: Peter Zadek
2000, Hamlet, Thalia, Regie: Jürgen Kruse
2008, Hamlet, Thalia, Regie: Michael Thalheimer
2009, Hamlet, Schauspielhaus/Malersaal, Regie: Klaus Schumacher

15. September 2010 · Kommentare deaktiviert für Intendantenkarussell, revisisted · Kategorien: Bretter · Tags: , ,

Intendant Friedrich Schirmer verlässt das Deutsche Schauspielhaus. Innerhalb von zwei Wochen, zum Ende des Monats. Offiziell wegen verweigerter Mittelerhöhungen für die größte deutsche Sprechbühne, die allerdings schon seit November vergangenen Jahres bekannt waren. Wahrscheinlicher ist dieser Grund: Unter Schirmer manövrierte sich das Schauspielhaus konsequent in Richtung ästhetischer Bedeutungslosigkeit, Schirmer verantwortete in den fünf Jahren seiner Intendanz einen Spielplan, der vor allem durch Mittelmäßigkeit auffiel. Es gab Erfolge, sicher, es gab auch grauenhafte Flops, vor allem aber gab es unglaublich viel Mutloses. Und weil Schirmer die Kritik an dieser Mutlosigkeit nicht mehr aushielt, macht er jetzt einen Strich. (Was allerdings auch nicht ganz logisch ist: Die Spielzeiteröffnung wurde kritisiert, auch hier, die jüngste Premiere aber, „Penthesilea“ in der Regie Roger Vontobels, kam bei der Kritik recht gut weg.)
Nur: Wie geht es jetzt weiter? Die restliche, künstlerisch schon fertig geplante Spielzeit macht der Kaufmännische Geschäftsführer Jack Kurfess den Interimsintendanten, aber dann? In der Regel braucht ein Theaterleiter mindestens zwei Jahre Vorlaufzeit, wie die Stadt da einen Nachfolger für Schirmer finden soll, ist schleierhaft. Zumal der Markt mehr oder weniger leer gefegt ist: Vor einem Jahr wurden mehrere große Häuser neu besetzt, wer ans Schauspielhaus passen könnte, hat sich erst frisch neu gebunden und ist entsprechend nicht verfügbar. Trotzdem, ein kurzer Überblick über die Szene.

Jens Hillje, Dramaturg, gründete gemeinsam mit Thomas Ostermeier 1998 die Baracke am Deutschen Theater Berlin. 1999 übernahmen Hillje, Ostermeier und das Tanz-Duo Sasha Waltz und Jochen Sandig die Berliner Schaubühne. Vom Ziel eines Autorentheaters entfernten sich Hillje und Ostermeier immer mehr, trotz einiger Rückschläge spielt die Schaubühne aber immer noch in der A-Klasse der deutschen Bühnen. Vor einem Jahr schied Hillje aus der Theaterleitung aus, in der Berliner Zeitung deutete er an, irgendwann einmal ein Haus leiten zu wollen.
Klaus Schuhmacher, Regisseur, leitet bislang am Schauspielhaus die Jugendsparte Junges Schauspielhaus. Schuhmacher wäre eine interne Lösung, also nicht unbedingt ein Schlussstrich unter die ästhetisch unbefriedigenden Schirmer-Jahre, zumal Schuhmachers eigene Regiearbeiten eher wenig visionär waren. Allerdings ist das Junge Schauspielhaus die mit Abstand erfolgreichste Sparte am Schauspielhaus. Nur: ein Künstler mit Jugendtheater-Hintergrund für das größte deutsche Sprechtheater?
Sebastian Nübling, Regisseur, verantwortete mehrere Erfolge der Schirmer-Zeit („Zur schönen Aussicht“, „Pornographie“). Steht für eine eigene, entschiedene Regiehandschrift, allerdings dürften es andere Handschriften schwer haben, neben ihm zu bestehen. Außerdem ist fraglich, ob Nübling überhaupt Interesse haben dürfte, eine Intendanz zu übernehmen, so gut wie er als Regisseur im Geschäft ist.
Elmar Goerden, Intendant und Regisseur, scheiterte diesen Sommer am Schauspielhaus Bochum mit ganz ähnlichen Rezepten wie Schirmer in Hamburg: Mutlosigkeit, Dünnhäutigkeit, kaum Verknüpfung der eigenen Arbeit und Person mit der Stadt. Als Regisseur gilt Goerden als sensibler Textarbeiter, eine Ästhetik, mit der er sich am Bayerischen Staatsschauspiel München einen guten Ruf erarbeitet hat. Zudem gilt er als extrem gut vernetzt – und meldete angeblich schon vor Jahren Interesse am Schauspielhaus an. Aber ob die Bochumer Erfahrungen ihn wirklich für Hamburg empfehlen?
Barbara Mundel, Dramaturgin und Regisseurin, leitete das Theater Luzern, wäre beinahe Kölner Opernintendantin geworden, war dann Dramaturgin an den Münchner Kammerspielen, und ist seit 2006 Chefin des Theater Freiburg. Eine Lösung aus der Provinz also, wenn auch jenseits aller Provinzialität. Mundel hat einen postdramatischen Hintergrund und kann den mit einer genauen Analyse ihres städtischen Umfelds verbinden – besseres Theater als sie kann man in Freiburg kaum machen. Allerdings ist sie gebunden: Ihr Vertrag läuft bis 2013. Ein Vertrag lässt sich auch lösen – aber will Mundel das?

Sofort sind noch weitere Namen in der Diskussion, Michael Thalheimer, Sebastian Hartmann, Matthias Lilienthal. Alles möglich, und wahrscheinlich in dem Moment schon wieder verbrannt, wie sie genannt sind. Was leider keine Antwort auf die Frage ist: Wie, um Himmels Willen, geht das nur weiter, hier. Eine letzte Möglichkeit spukt diversen Kulturpolitikern sicher schon im Kopf rum:

Die Schließung des Deutschen Schauspielhauses.

13. September 2010 · Kommentare deaktiviert für Ich, Konservativer · Kategorien: It's a dirty job but someone's gotta do it · Tags: , , , , , , ,

Die CDU befürchtet, dass Konservative sich nicht mehr in der Partei heimisch fühlen dürften. Das verstehe ich. Ich fühlte mich noch nie in der CDU heimisch, und konservativ, das bin ich zweifellos.

1. Ich bin ein Freund von Ritualen. Rituale strukturieren das Dasein, Rituale sorgen für ein Verknüpfen von Ästhetik und Alltag. Ich bin nicht gläubig, und wenn man mich fragt, welche Institution sofort verboten gehört, dann sage ich: katholische und evangelische Kirche, aber der katholische Ritus übt einen großen Reiz auf mich aus. Im ästhetischen Sinne, meine ich.
2. Ich bin ein Bildungsbürger. Irgendwann habe ich aufgehört, mich gegen meine Herkunft zu wehren, irgendwann musste ich anerkennen, dass es eine gute Sache war, in einem Haushalt aufzuwachsen, in dem gelesen wurde, in dem die Beschäftigung mit Kunst und Theater geschätzt wurde, in dem ich ein klassisches Musikinstrument gelernt habe (auch wenn von Anfang an klar war, dass ich es an diesem Instrument zu nichts bringen würde). Mehr noch: Mir will nicht einleuchten, wie man gegen so etwas, man nennt es: klassisches Bildungsideal, wirklich etwas haben kann.
3. Ich mag Tradition. Doch, ist so. Ich höre gerne Popmusik, der man anhört, wo sie herkommt, bei der gewisse soziale Strukturen durchscheinen. Sachen wie die Südafrikanischen White-Trash-Afrikaans-HipHopper Die Antwoord, bei denen man trotz aller ironischen Brechungen merkt, was für eine Welt hinter ihnen steckt. Und eben keine Sachen wie die Parlotones, die ebenso aus Südafrika kommen, bei denen aber kein normaler Mensch hört, was da hinter steckt.

[vimeo 13079525]

4. Schließlich vertrete ich noch konservative Werte. Zum Beispiel den Wert der Solidarität, war für mich immer sehr wichtig. Außerdem einen Wert, nach dem Reichtum unbedingt verpflichtend ist. Daraus kann man einen gewissen Etatismus ableiten: Steuererhöhungen sind für mich erstmal eine gute Sache, weil ich wie jeder gute Konservative glaube, dass der Mensch nicht von Grund auf gut ist und man ihn besser dazu zwingt, ein wenig von seinem Besitz abzugeben, als dass man auf seinen guten Willen und seine Spendenbereitschaft hofft.
5. Und ich will bewahren. Ich finde es durchaus nicht in Ordnung, wenn Stadtviertel platt gemacht werden, nur um des Profits willen. Ich finde nicht okay, wenn die Lebensleistung von Menschen von einem Tag auf den anderen entwertet wird. Mir gefällt es nicht, wenn immaterielle Güter wie Musik oder Kunst lächerlich gemacht werden, wenn ihre Verwertbarkeit nicht sofort einleuchtet.

Natürlich hatten Konservative wie ich noch nie ihre Heimat in der CDU. Die CDU war von Anfang an die Partei der Herrschenden, die CDU interessierte am Konservatismus ein einziger Aspekt, und das war die Autoritätshörigkeit. Wenn man auf Autoritäten hörte, dann war man in den Augen der CDU konservativ, und Autoritäten definierten sich für die CDU nach drei Kriterien: 1. Sie waren alt (Eltern, Lehrer, Vorgesetzte) 2. Sie ware althergebrachte Autoritäten (Kirche, Militär, Polizei) und 3. Sie waren Autoritäten qua Besitz (Establishment). Dieser dritte Punkt erklärt, weswegen die momentane CDU-FDP-Koalition wahrscheinlich wirklich die natürliche Machtinstitution dieses Landes ist: Beide Parteien haben eine wahnsinnige Aversion gegen die Vorstellung, dass Hierarchien in diesem Land in Bewegung geraten könnten, beide Parteien sind eigentlich Vertreter derjenigen, die die Macht schon haben und diese, bitte schön, nicht abzugeben gedenken. Das Problem der momentanen Regierungskoalition ist, dass sie mittlerweile überdeutlich alles diesem Machtgedanken unterwirft und nicht einmal versucht, das durch, beispielsweise, Bildungsideale zu übertünchen. Diese angeblich Konservativen sind dumm wie Stroh, aber sie sind beseelt von der Annahme, die Macht zu recht in den Händen zu halten. Und dieses Beseeltsein blöken sie auch noch stolz raus.

Natürlich bin ich kein Konservativer. Bloß weil man gerne ins Theater geht, wird man nicht konservativ, zumal wenn man andere konservative Charakteristika wie zum Beispiel die Autoritätshörigkeit von Herzen ablehnt. Aber dass der CDU die Konservativen davonlaufen, das wundert nicht. Wo die CDU doch seit Jahren nichts anderes gemacht hat als den (schon per se nicht unbedingt hübschen) Konservatismus auf sein hässlichstes Merkmal zu reduzieren.
Schön.

10. September 2010 · Kommentare deaktiviert für Hannover strahlt · Kategorien: Bretter · Tags: , , , ,

… und immer, wenn man denkt, dass Kunst echt nüscht mehr mit den Problemen unserer Gegenwart zu tun hat und man, wenn man tatsächlich in den Lauf der Welt eingreifen möchte, besser Luxusautos abfackeln sollte (oder zumindest einen Blogeintrag darüber schreiben), dann rattert die Politik wieder dazwischen. Mit Unverständnis, mangelnder Sensibilität und himmelschreiender Blödheit.

Nachtkritik berichtet von einer Aktion des Schauspiel Hannover zur Atom-Renaissance. Sowie vom Protest des örtlichen CDU-Hinterbänklers, und dieser Protest ist so provinziell und jenseits allen Niveaus, dass man erst glaubt, dass er Teil des Theaterprojekts ist.

So kunstversaut ist man schon.

Ich habe mich entschieden, nicht über Thilo Sarrazin zu schreiben. Über Sarrazin haben schon andere geschrieben, ausführlicher, weitergehender, schärfer und lustiger als ich es gekonnt hätte. Also steht hier nichts über Sarrazin.

Hier steht etwas über Mavericks.

Im amerikanischen Englisch bezeichnet „Maverick“ einen Querdenker. Einen Menschen, der Ansichten vertritt, die nicht konform mit dem Mainstream gehen, und der diese Ansichten polemisch, satirisch, manchmal auch verletzend artikuliert. Der Maverick handelt oft aus purer Lust an der Provokation, meist aber, weil er durch seine Polemiken einen Diskussionsprozess in Gang setzen will. Ein Maverick ist ein von allen Seiten unabhängiger Intellektueller.
Solche Mavericks scheint es in den USA zu geben, in der Bundesrepublik gibt es sie nicht. Weil Querdenken in der Bundesrepublik heißt: rechts zu denken. Das muss man erklären. Wenn man in der europäischen politischen Diskussion nur lange genug nachdenkt, dann landet man früher oder später unweigerlich links. Im Interview mit der Süddeutschen Zeitung beschreibt Hildegard Hamm-Brücher anschaulich, wie der Rechtsruck der FDP unter Guido Westerwelle mit einer intellektuellen Verflachung einher ging:

Er (Westerwelle, F.S.) hat mit seiner Einseitigkeit das Kapital verspielt, das ihm der Wähler gegeben hat. Und dann bin ich bei meinem Hauptthema: Dass in der FDP außer Herrn Westerwelle fast niemand wirklich bekannt ist. Wer steht für Bildung? Wer steht für Umwelt? Es gibt immer nur Steuerermäßigung. Das ist ein Jammer. (…) Ich war in den neunziger Jahren noch mal im Vorstand der Partei und auch im Präsidium. Dort habe ich nicht ein Mal eine intellektuelle Diskussion erlebt, sondern immer nur kurzfristig gucken: Wie positionieren wir uns?

Wenn Intellektualität in der politischen Diskussion aber bedeutet, offen nach Links zu sein, dann kann ein Querschläger zu diesem Denken schlicht nur offen nach rechts sein. Und so agieren die selbst ernannten deutschen Mavericks auch: Sie geben das Denken auf und kämpfen stattdessen gegen alles, was nach Reform, Entwicklung und Hierachieabbau klingt, sie sind, ganz klassisch, Rechte.
Sie kämpfen gegen die Rechtschreibreform, die sie mit ihrem unbeholfenen Sinn für Ironie konsequent „Schlechtschreibreform“ nennen. Sie hetzen gegen die kreative Weiterentwicklung von Sprache und lästern über „Dummdeutsch“ und „Denglisch“. Sie suchen ihr Heil im klassischen Bildungskanon und gründen Bürgerinitiativen zum Erhalt der Gymnasien. Sie sind gegen das, was sie sich unter „Regietheater“ vorstellen, ohne den Begriff auch nur rudimentär mit Inhalt füllen zu können. Sie haben sich noch nie mit dem Konzept der „Political Correctness“ beschäftigt, sind aber davon überzeugt, dass alles, was auch nur von fern den Anschein erweckt, pc zu sein, von übel ist. Sie lassen sich vom Pöbel feiern und glauben, todesmutig gegen den Meinungsmainstream gekämpft zu haben.
Und kommen dabei doch erst im Mainstream an.
Es tut mir leid, ich muss doch noch einmal auf Sarrazin zu sprechen kommen. Sarrazin, der Kämpfer gegen Denkverbote, Sarrazin, der unbequeme Wahrheiten ausruft, die doch niemand auszusprechen wagt: Er tut das per Vorabdruck seines Buches. In Spiegel und Bild. Vorabdrucke in den reichweitenstärksten Medien des Landes! Und so jemand wagt es, für sich in Anspruch zu nehmen, unterdrückten Meinungen eine Stimme zu geben!

Es hilft nichts: Wer sich hierzulande als Maverick geriert, der ist so was von Meinungsmainstream, das tut schon weh. Er ist einfach von der linken Konvention mit fliehenden Fahnen zur rechten Konvention übergelaufen. Nur aufs Denken und auf Intellekt hat er unterwegs verzichtet.

05. September 2010 · Kommentare deaktiviert für In Richtung Nordsee tröten · Kategorien: Bretter · Tags: , , , , , , , , ,

Nachdem das Deutsche Schauspielhaus die Spielzeiteröffnung mit einer Art Jugendtheater ohne jugendlichen Appeal beging, zieht jetzt das Thalia nach und eröffnet mit, nunja, einer Art Puppentheater: Goldene-Zitronen-Sänger Schorsch Kamerun inszeniert ein eigenes Stück namens „Vor uns die Sintflut“. Und der Einstieg zeigt eben einen angelnden Seemann mit einem Sockenpuppen-Fisch, nicht uncharmant, aber auch ein wenig läppisch. Nun denn.
Im Vergleich zu früheren Theaterarbeiten Kameruns fällt auf, dass es eine echte Handlung gibt. Nämlich die: Eine Bordgesellschaft aus bohèmienhaften Künstlerexistenzen schippert auf einem Luxusliner über die Weltmeere, um das Seebegräbnis einer verstorbenen Operndiva zu begehen, während im Unterdeck Heizer (das Proletariat!) und Flüchtlinge (das unheimliche Andere!) vor sich hinvegetieren. Was mehr oder weniger originalgetreu die Handlung von Fellinis Film „E la nave va“ (1983) ist, im Programmheft nichtsdestotrotz als ureigene Schöpfung Kameruns bezeichnet wird. Dafür hören wir aber: Großartige Musik der All-Star-Band Die Vögel (Ja, König, Ja-Multitalent Jakobus Siebels, Goldene-Zitronen- und Stella-Mitglied Mense Reents sowie Sterne- und Goldene-Zitronen-Bassist Thomas Wenzel), einen sehr coolen Bühnehund, der eigentlich nichts macht außer hin und wieder von links nach rechts zu laufen und zu schnuppern, Schauspieler, die einem den Atem nehmen, so gut sind sie (Lisa Hagmeister!, Felix Knopp! Alexander Simon!), immer wieder gute, politisch scharfe Ideen, die die Geschichte davor abhalten, vollends ins Läppische zu rutschen. Also: alles gut?

Nö.

Weil „Vor uns die Sintflut“ nämlich trotz aller Mühen Ausstattungstheater bleibt, letztlich ohne politische Relevanz. Weil die Idee, in Fellinis Reisegesellschaft ein Symbol für die dekadente, abgehobene Upperclass zu sehen, nicht funktioniert: „E la nave va“ spielt zu Beginn des Ersten Weltkriegs, einer Zeit, in der man Künstler tatsächlich noch als Bohème sehen konnte, „Vor uns die Sintflut“ will mit Sarkozy- und Sarrazin-Zitaten aber ein Stück für 2010 sein, und 2010 stehen Künstler dem Prekariat näher als der Oberschicht. Währenddessen fahren vor dem Theaterzelt dröhnende Partyboote vorbei, währenddessen schauen wir in der Pause auf die Beachclubs am Elbufer, währenddessen trötet ein Kreuzfahrtschiff lustig in Richtung Nordsee davon und erinnert daran, wer heute eigentlich wirklich der Dekadente ist. Vor allem aber: Das Thalia hat seine Zelt-Dependance ausgerechnet auf einer Brachfläche in der Hafencity aufgebaut, dem Symbol eines gentrifizierten Eliten-Wohnviertels, abgehoben von der echten Welt. Das fröhlich auf der Thalia-Website als Produktionspartner genannt wird, Dankeschön auch.

Der taz vom Samstag hat Kamerun ein kluges Interview über die Verquickung von kommerziellen mit künstlerischen Interessen im Stadttheaterbetrieb gegeben. So klug, wie die Musik der Goldenen Zitronen, so klug wie Kameruns sonstige Theaterarbeiten. Und irgendwie hätte ich mir so etwas Kluges auch in der Hafencity gewünscht.

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