21. Februar 2012 · Kommentare deaktiviert für Ein bisschen zu wenig · Kategorien: Aus der Produktion · Tags: , ,

Was bei Gerstenbergs raffinierter Konstruktion allerdings ein wenig verloren geht: die Erkenntnis, dass Sex unkorrekt sein kann, demütigend, schmerzhaft – und gerade deswegen für alle Beteiligten lustvoll. In den ausführlichen Hardcore-Szenen von „Spiel mit ihr“ schwingt immer auch das Dunkle mit, der Schritt vom spielerischen Austesten von Grenzen zum realen Missbrauch ist nahe. „Kristine wird erst noch blasser, bekommt dann rote Flecken im Gesicht. ,Nein‘, flüstert sie, ,lass sie da raus.'“ Kristine ist entsetzt, als Reinhard vorschlägt, die Fetisch-Inszenierungen auszuweiten, auf ihre kleine Tochter Emma – dass das böse Spiel irgendwo anders hinführen kann als zum realen Bösen, das will sich dieses Buch nicht vorstellen.

Franziska Gerstenbergs „Spiel mit ihr“ ist ein kluges Buch, das sich am Ende ein bisschen zu wenig traut. Eine ausführliche Rezension habe ich in der kommenden kulturnews veröffentlicht.

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