23. Oktober 2013 · Kommentare deaktiviert für Ein digitales Stöckchen · Kategorien: Daddeln · Tags: , ,

Ich bekam ein Stöckchen zugeschmissen. Von Mark. Und weil ich, wie man seit einer Woche weiß, ein großer Freund der Stöckchenkultur bin, beantworte ich das natürlich. Allerdings geht es um Digitales, und ich bin ja so ein late adopter. Hm. Ach, ich tue, was ich kann.

1. Wie lautete dein allererster Tweet?

Da geht es mir wie Mark: My First Tweet findet mich nicht, ich bin anscheinend nicht existent. Aber wahrscheinlich habe ich damals einfach etwas unglaublich Unspektakuläres geschrieben. „Hallo, bin jetzt auch bei Twitter. Vielleicht #folgt mir ja jemand?“ oder so.

2. Was ist das Böseste, was du über die digitalen Medien je gedacht, gesagt oder geschrieben hast?

Ach, ich fürchte, wenn ich auf SpOn oder noch schlimmer auf Welt Online die Kommentarspalten lese, dann denke ich häufig, dass die Welt besser wäre, wenn es keine digitalen Medien geben würde. Reinhard Wengierek zum Beispiel hat am Montag in der Welt einen eigentlich sehr guten Nachruf auf den Theaterregisseur Dimiter Gotscheff geschrieben, und irgendein legasthenischer Trottel (und Trottel bezieht sich nicht auf die schlimme Rechtschreibung, für die der Autor womöglich nichts kann, sondern auf den Inhalt) musste diesen Text kommentieren mit:

Wer bitte ist das. ??? Noch nie von dem gehoert. Ich lese nur Russe.(Anmerkung: Gotscheff war gebürtiger Bulgare. Depp.) naja das sagt alles. So was muss man nicht kennen.

Der Kommentar übrigens wurde mittlerweile gelöscht. Ich denke tatsächlich, dass die digitalen Medien die ekligsten Charakterzüge im Menschen hervorbringt. Aber gleichzeitig sind sie auch unglaublich spannend, an anderen Orten.

3. Kannst du noch offline sein?

Die schöne, kluge Frau sagt: nein. Ich fürchte, sie hat womöglich recht. Aber tatsächlich ist sie auch ständig online.

4. Eine Erfindung (außer Zeitreisen), die fehlt?

Eigentlich wrde doch schon alles erfunden, was wirklich wichtig ist, oder? Rad, Antibabypille, Aufzüge, was brauchen wir denn noch? Jetzt liegt es nur noch an uns, glücklich zu werden.

5. Google+ kann man getrost verlassen, oder?

So, wie sich Google+ gerade zeigt: ja. Es ist einfach praktisch niemand da, und diejenigen, die da sind, sind gleichzeitig auch bei Facebook und Twitter. Ich denke, das größte Problem ist, dass sich das Prinzip von Google+ nicht spürbar von demjenigen Facebooks unterscheidet – weswegen soll also die große Masse zu Google+ wechseln? Weil Google ein sympathischeres Unternehmen als Facebook ist? Haha. Aber: Womöglich ändert Google+ ja irgendwann einmal seinen Charakter – und dann könnte das durchaus nochmal spannend werden. Wenn dort etwas geboten wird, was Facebook nicht abdeckt.

6. Wie lässt sich der digitale Graben überwinden?

Was Mark sagt: in der Schule. Was meiner Meinung nach nicht wirklich ein Problem sein dürfte, das größere Problem ist, dass die Infrastruktur bereitgestellt werden muss, mit der der Graben überwindet werden kann. Ich fürchte, da muss sich erst einmal jemand finden, der das macht – die Privatwirtschaft jedenfalls wird es nicht sein.

7. Drei Twitter-Accounts, denen man unbedingt folgen sollte?

Ich bin gar nicht so wahnsinnig aktiv auf Twitter, dass ich da einen sinnvollen Ratschlag geben könnte. Jedenfalls freue ich mich immer über Tweets von @medienfront, @MichPant und @zeitrafferin.

8. Das beste Buch über das Digitale, das du je gelesen hast?

Ich lese Bücher eigentlich analog, und in denen geht es dann in der Regel um Sozialismus, um Sex oder um Lebenskrisen. Um Digitales geht es meistens gar nicht.

9. Hast du eine anonyme Alternativ-Identität im Netz?

Nein. Wenn man die eigenartige Mischung aus Pseudonym, Bierlaune und Kosenamen ignoriert, die „Zahnwart“ darstellt.

10. Welchen Twitter-Crush würdest du gerne mal kennenlernen?

Das werd‘ ich hier gerade verraten.

Natürlich darf sich das Stöckchen nehmen, wer will. Interessiert bin ich immer, tatsächlich eine Antwort erbeten würde ich allerdings von Ninia LaGrande, weil, die ist, soweit ich weiß, digital überaus kompetent.

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