„Der ganze Landkreis ist ja eine Baustelle, gerade. Ewig haben wir gebraucht, hierher, und dabei ist es gar nicht weit, aber mein Mann wollte unbedingt über Lauterbach fahren. Naja, ich will nichts gesagt haben, nur soviel: ein einziges Stop and Go. Und dann Fulda, rote Ampel auf rote Ampel. Und es wird gerade soviel gemacht in Fulda, die ganze Stadt hat sich sehr verändert in den letzten fünf Jahren. Manches ist ganz schön geworden, aber das meiste, naja, ich versteh ja nichts davon. Aber vieles ist auch … Man spürt eben sehr den Einfluss von fremden Menschen, wenn Sie verstehen, was ich meine.“
„Der Islam.“
„Ja. Die sind ja jetzt überall, da haben wir unsere eigene Kultur völlig aufgegeben. Fulda war früher so eine schöne Stadt, aber jetzt … Bald werden die neben den Fuldaer Dom eine Moschee bauen wollen, sie regen sich ja jetzt schon auf, wenn unsere Kirchenglocken läuten. Das müssen Sie sich mal vorstellen: neben den Dom! Naja, ich will nichts gesagt haben, wir sind ja auch schon so alt, dass uns das nicht mehr stören muss, aber unsere Kinder, die müssen das alles ausbaden. Das liegt an den deutschen Politikern. Unser Problem ist, dass wir so weiche, so wachsweiche Politiker haben. Die denken alle nur an ihr eigenes, warmes Stühlchen, und wie es dem Volk dabei geht, ist ihnen egal, da soll sich dann der nächste drum kümmern. Da bräuchten wir mal einen, der durchgreift, einen, der einmal an uns Deutsche denkt, einen, der, der … nicht so weich ist.“
„Jaja.“

(Dumme, Verzeihung, Nazifotzen, und dann fresst ihr der schönen, klugen Frau auch noch das letzte Stückchen Stachelbeertorte weg.)

7 Kommentare

  1. Katrin Seddig

    das höre ich so ähnlich sogar von meinen eltern, die sich nicht für nazis halten, sondern glauben, sie wären tolerant. allerdings beschweren die sich über die amerikanisierung, die sie zum beispiel an halloween festmachen. oder an „den ganzen englischen wörtern“. unsere eigenen traditionen würden wir dabei verlieren. ich hab sie gefragt, welche traditionen sie meinen. mir geht eigentlich nichts ab. das mit den ‚weichen politikern‘ ist natürlich noch schlimmer. wenn du die leute aber drauf ansprichst, dann weisen die das vermutlich von sich, dass sie rechtes gedankengut verbreiten. nazis und merken es nicht mal.

    • Ich hätte wahrscheinlich was sagen sollen. Aber ich wollte mir nicht den Urlaub verderben, und dann: Was hätte es gebracht? Erst später habe ich mir überlegt, was denn eigentlich gewesen wäre, wenn an unserem Tisch Muslime gesessen hätten, wie hätten die sich gefühlt?

  2. Katrin Seddig

    wenn muslime am tisch gesessen hätten, hätten sie wahrscheinlich geschwiegen. aber in der regel bringt das wirklich nichts. man kann natürlich nachfragen: „was stellen sie sich denn unter einem nicht-so-weichem-politiker vor? so einen wie hitler?“

  3. Halloween nervt aber auch wirklich.

    • Echt? Ich finde das ja voll schön, mit den verkleideten Kindern, der schönen Musik und all dem.

    • Katrin Seddig

      ich habe meine einstellung zu halloween im laufe der zeit geändert. eigentlich finde ich es ein witziges fest, in einer zeit, in der sonst nichts zu feiern ist. und die kinder wollten das immer, aber die meisten leute schlagen denen die tür vor der nase zu und sind teilweise so richtig hasserfüllt. und das hat meine meinung auch mit geändert. es gibt überhaupt keinen grund für diesen hass. es spricht auch nichts gegen halloween, außer, dass es aus amerika kommt, und das ist eigentlich kein grund. dieses ganze witzige gruselzeug und toteneug, das ist eigentlich nicht übel, ich seh mir am halloween immer ‚tanz der vampire‘ an. ich frage mich, warum weihnachten oder ostern besser sein sollen – weil es meine tradition ist? ich scheiß auf meine tradition, es gab immer nur beklemmungen und ärger an weihnachten, enttäuschungen und sentimentalitäten, familienstreit. ich kann doch selber bestimmen, was mir gefällt und mir quasi meine feste selber aussuchen, egal, aus welchem land sie stammen. das ist doch viel lustiger. aber meine eltern (und die ganzen hasser mit ihren deutschen-traditionen) empfinden das als verrat.