20. Mai 2015 · Kommentare deaktiviert für Running up that Hill · Kategorien: Cat Content

Edit: Dieses Blogstöckchen wurde mittlerweile auch von mehreren maskulistischen Blogs beantwortet, und die verlinken hierher. Ich lasse die Pingbacks aus Gründen der Dokumentation drin, rate aber dazu, genau zu prüfen, auf welchen Link man klickt.

And if I only could
I’d make a deal with god
and i’d get him to swap our places.
(Kate Bush, Running up that hill)

Verena hat mir ein Stöckchen zugeworfen, es geht um die Frage, was anders wäre, wäre ich eine Frau. Ich bin kein Freund des dualistischen Geschlechterkonzepts, aber vielleicht ist es als Gedankensspiel ja ganz schön? Mal gucken. (Ich soll sechs weitere Blogger_innen nominieren, aber seit dem Blödsinn mit der Icebucket Challenge finde ich sowas ein wenig übergriffig. Das Stöckchen soll sich nehmen, wer mag.)

Was wäre anders in deinem Leben, wenn du eine Frau wärst?

Was wäre anders, wenn ich nicht das Kind meiner Eltern wäre? Was wäre anders, wenn ich nicht dort aufgewachsen wäre, wo ich aufgewachsen bin? Was wäre anders, wäre ich nicht an bestimmten Punkten in meinem Leben bestimmten Leuten begegnet? Wahrscheinlich vieles.

Was tust du nur deshalb, weil du ein Mann bist?

Nichts. Glaube ich.

Welche Dinge lässt du lieber, weil du ein Mann bist?

Liebevoll mit kleinen Kindern rumtollen. Das ist doof, aber man weckt mit sowas als Mann ein gewisses Misstrauen.

Durch welches Klischee fühlst du dich persönlich beeinträchtigt?

Eigentlich durch jedes Klischee, das einen in eine bestimmte geschlechtsspezifische Rolle drängt. Männer trinken Bier, essen große Mengen Fleisch, interessieren sich primär für Autos und Fußball. Gott, wie eingeschränkt..

In welcher Situation war es von Vorteil, zur Gruppe der Männer zu gehören?

Männer verdienen mehr als Frauen, für die gleiche Arbeit. Das ist so, auch in meinem Umfeld. Da muss man dagegen ankämpfen, klar. Ich bin der Meinung, dass Frauen mehr verdienen sollen, soviel wie ich, ich bin nicht der Meinung, dass ich weniger verdienen soll, soviel wie die Frauen. Entsprechend nehme ich diesen unbezweifelbaren Vorteil einfach mal hin und protestiere nur dagegen, weil er schlicht nicht begründbar ist.

Gibt es Situationen, in denen das Geschlecht keine Rolle spielt?

Ich würde erstmal behaupten: alle Situationen, in denen ich Entscheidungsmacht habe. Aber stimmt das wirklich? Trete ich anderen Menschen wirklich wertfrei gegenüber? Ich arbeite lieber mit Frauen zusammen als mit Männern, das ist einfach so. Also spielt das Geschlecht hier sehr wohl eine Rolle. Frauen berühren mich mehr, beeinflussen meine Urteile. Für die Jahresbestenliste von Theater heute muss ich jedesmal lange überlegen, wen ich wohl als „Schauspieler des Jahres“ nennen werde, bei der „Schauspielerin des Jahres“ fällt mir gleich eine Handvoll ein, die mich fasziniert hat. Ich fürchte, ich muss sagen: Es wäre schön, wenn es Situationen geben würde, in denen das Geschlecht keine Rolle spielt. Aber wahrscheinlich gibt es sie nicht.

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