28. Oktober 2014 · Kommentare deaktiviert für Berlin · Kategorien: Cat Content · Tags: , ,

Ein Traum.

Ich erzähle, dass es damals die richtige Entscheidung war, nach Hamburg zu gehen. Ich erzähle, wie schwer ich mit dieser Stadt getan habe, jahrelang, aber dass ich mich mittlerweile hier wohl fühle, dass ich gerade das Gefühl habe: Nirgendwo passe ich besser hin als hierher. Ich erzähle, dass mir Berlin zu nahe kam, dass ich Abstand brauchte, dass mich Berlin wahrscheinlich über kurz oder lang aufgefressen hätte. Und dass mir immer noch das Herz aufgeht, wenn ich in Berlin bin.

Und sie nimmt mich in den Arm, zuerst denke ich, sie stimmt mir zu, aber dann merke ich, dass ihr Gesicht nass ist von Tränen. Sie schluchzt, dass sie sich freue, weil ich alles richtig gemacht hätte. Sie hält mich im Arm, lange, zu lange eigentlich, ich merke langsam, dass das hier ein Abschied ist. Ich weiß, wir werden beobachtet, ich weiß, dass uns ihr Mann beobachtet. Ich fühle, dass das jetzt ein Problem ist, ich fühle etwas Unangenehmes, aber all das, um das es hier geht, ist irgendwie unangenehm, ein Stich, eine Verletzung. Ich lasse es zu, beobachtet zu werden.

Der Traum bewegt sich in eine eigenartige Richtung.

Alle beantworten gerade mal wieder einen Fragebogen, Anne machte es, Sven machte es, Isabel machte es ironisch verschlüsselt, ich finde so etwas großartig (siehe Punkt 5). Mache ich also auch, natürlich verspätet, wie immer. Punkt 21: Ich mache immer alles verspätet.

1. Eine meiner frühesten politischen Erfahrungen machte ich ungefähr im Alter von sieben Jahren: Damals wurde mir ein DKP-Wahlplakat mit den Worten „Die wollen, dass alle Menschen gleich sind“ erklärt. Das sollte mich eigentlich abschrecken, ich aber dachte: „Als Konzept ist das doch ganz in Ordnung.“ Im Grunde denke ich das heute noch.

2. Was hingegen anders geworden ist: Als Kind hasste ich es, wenn meine Großmutter Nasi Goreng machte. Heute liebe ich südostasiatische Küche.

3. Ich bin fast immer begeistert, ein paar Tage aufs Land zu fahren. Aber hier leben, nein danke.

4. Mit meine liebste Freizeitbeschäftigung ist Bergwandern. Das machte ich schon als Kind gerne, habe es dann ein wenig schleifen gelassen und vor ungefähr zehn Jahren auf Mallorca wieder angefangen.

5. Ich halte Stöckchen für eine der schönsten Skurrilitäten der Blogosphäre.

6. Mein ehemaliger Englischlehrer sagte mir voraus, dass ich später mal Journalist werden würde. Meine ehemalige Französischlehrerin sagte mir voraus, dass ich später mal Politiker werden würde.

7. Niemand sagte mir voraus, dass ich später mal heiraten würde.

8. Viele Leute behaupten, ich würde überaus häufig nörgeln. Wahrscheinlich ist da was dran, und ich bin ein Muffelkopp, dabei würde ich wirklich lieber mit Sympathie auf die Phänomene dieser Welt schauen.

9. Ich bin wohl wirklich nicht religiös. Manchmal finde ich das schade.

10. Sex, Drugs and Rock’n’Roll finde ich als Konzept ganz großartig, aber immer wenn es drauf ankommt, schiebe ich ästhetische Probleme vor.

11. Als Kind war es mir immer unangenehm, ins fremdsprachige Ausland zu fahren. Ich nahm an, dass die Leute ständig über mich reden würden.

12. Heute hingegen hat es durchaus seinen Reiz für mich, Alltagsgespräche einmal nicht zu verstehen. Metro Budapest, ein Paradies.

13. Städte dieses Landes, die ich sympathisch finde: Berlin, Hamburg, alles im Ruhrgebiet, Frankfurt. Ja, Frankfurt, echt.

14. Städte dieses Landes, mit denen ich wenig anfangen kann: München, Düsseldorf, Stuttgart.

15. Städte dieses Landes, zu denen ich demnächst gerne ein Verhältnis aufbauen würde: Dresden, Leipzig.

16. Ich habe etwas gegen bildungsbürgerlichen Dünkel, kann mich aber selbst nicht ganz davon freimachen.

17. Mein Lieblingsspielzeug ist mein Smartphone. Mein Zweitlieblingsspielzeug der Herd.

18. Ich empfand es nie als Einschränkung meines Lebens, Brillenträger zu sein, bis ich anfing, regelmäßig in die Sauna zu gehen.

19. Ich empfinde es als Qualität, in manchen Bereichen meines Lebens gescheitert zu sein. Mathestudium abgebrochen, okay, Dissertation nicht fertiggestellt, okay. Wirklich ärgerlich ist hingegen, dass ich nie längere Zeit im Ausland gelebt habe.

20. Ein Körperteil, den ich mag: meine Augenbrauen.

03. September 2013 · Kommentare deaktiviert für Hakenkreuzberg · Kategorien: It's a dirty job but someone's gotta do it · Tags: , , , ,

Ich darf die Diskussion mal kurz zusammenfassen? Da melden also jedes Jahr viele Muslime in Kreuzberg Veranstaltungen zum gemeinsamen Fastenbrechen an => Keine Veranstaltung wird genehmigt, es wären einfach zu viele, und man will nicht die eine genehmigen und die andere nicht => Stattdessen gibt es eine zentrale Verantaltung => Damit Christen, Atheisten, Hindus und wasweißichnichtalles sich nicht ausgeschlossen fühlen, wird diese als „Sommerfest“ deklariert => Aus Fairnessgründen wird entsprechend der Weihnachtsmarkt in „Winterfest“ umbenannt. Soweit, so nachvollziehbar.

Liebe Springerpresse, in eurer verqueren Logik ist es dann natürlich schon okay, dieses Thema sinngemäß auf „Wegen Muslimen: Jetzt verbietet man uns Weihnachten!“ runterzubrechen. Allerdings braucht ihr euch dann nicht zu wundern, wenn euch die islamophoben Faschoschweine die Tür einrennen. (Ich verlinke besagte Blogs hier übrigens nicht. Denn dann rennen die auch mir die Tür ein – zwar nicht applaudierend, aber ich will die hier trotzdem nicht haben.)

Trübsinn, isoliert: "The Charmer" von Fort, MIxed Media, 2012.

Trübsinn, isoliert: „The Charmer“ von Fort, Mixed Media, 2012.

Kunst schauen, das ist ja so: Mainstream. Man schiebt sich durch die Museen, begleitet von Hundertschaften Kunstinteressierter, man bleibt vor einem Exponat stehen, man wird weitergedrängelt. Wunderbar, keine Schwellenangst mehr, aber das Ideal des libidinösen Verhältnisses zwischen Kunstbetrachter und Kunstwerk wird so ad absurdum geführt. Alleine mit der Kunst ist man praktisch nie, und die Luft flimmert praktisch auch nie, nie stellt man sich wirklich die Frage: Was macht die Kunst eigentlich mit mir, gerade.

Die Ausstellung „One on one“ in den Berliner Kunst-Werken umgeht die mittlerweile durchgesetzte Vorstellung von Kunst als einer Liebe, die man sich mit Vielen teilen muss. Die Schau besteht aus mehreren Kabinetten, und in diesen ist man allein, also: Man hängt ein „Bitte nicht stören“-Fähnchen an die Tür und kann sich dann in Ruhe dem Werk widmen. Extrem tricky ist das bei der Rechercheserie „Margret“ von Günter K.: ein Raum, gefüllt mit den Zeugnissen eines Liebespaars in den frühen Siebziegern, spießig, bieder und manisch. Der Besucher wird zum Voyeur dieser Liebesgeschichte – aber im Nebenraum befindet sich Anri Salas Installation „112 mm/137 Days“, und die besteht aus einem Türspion, der in die „Margret“-Präsentation hinüberlinst. Was dazu führt, dass der Voyeur der Liebesbeziehung selbst beobachtet wird, vom Kunstvoyeur im benachbarten Kabinett.

Womit allerdings die spannendste Kombination der gesamten Ausstellung auch schon genannt wurde. Es gibt noch ein paar hübsche performative Arbeiten (wenn das Kunstwerk ein anderer Mensch ist, dann darf auch mehr als eine Person im Raum sein) wie „A holy ghost compares its hooves“ von Joe Coleman oder „For two to play on one“ von Annika Kahrs, es gibt VIdeoinstallationen wie „Potato Potato“ von Nina Beier oder das technoide „Introduction to the memory personality“ von Jeremy Shaw, alles Arbeiten, die zwar funktionieren, bei denen der Einzelpersonenmodus aber nicht ziwngend ist, sondern die durch die Präsentation eher dafür sorgen, dass man selbst an einem Werktag um die Mittagszeit eigentlich ständig warten muss, bis es weiter geht: Immer wieder bleibt man vor einer Tür mit „Please don’t disturb“-Schildchen stecken. Wirklich sinnvoll sind hingegen die Arbeiten, die explizit den Raumcharakter aufnehmen: „The Charmer“ von der Künstlergruppe Fort etwa, ein trübsinniger, etwas runtergekommener Raum, dessen Schmutzästhetik einen an Gregor Schneider denken lässt, und in dem ein kleiner Kühlschrank den Blick auf sich zieht, was mag da wohl drin sein? (Es ist ja niemand da, der mich beobachten könnte, also schaue ich mal rein: Der Kühlschrank ist leer. Trübsinn.)

Und dann eben noch der letzte Raum, die große Halle im Souterrain der Kunst-Werke. „Lichtung“, eine einzige, riesige Installation von Robert Kusmirowski, eine Sanddüne, bewachsen mit Gräsern und ein paar krüppligen Bäumen, aus Sicherheitsgründen zwar nicht zu betreten, aber zu umrunden, durch den Sand, der anscheinend von der vorherigen Ausstellung übrig geblieben ist. Auf der Rückseite jedoch verändert sich der Charakter der Installation, die Düne, wirkt abgebrochen, verwundet, eine Wüste. Und plötzlich erkennt man etwas, plötzlich sieht man: Hinten, im Schatten der Düne, lauert der Tod. Und mit dem ist man dann allein.

Schwaben, wie man es sich in den Metropolen so vorstellt: Ulm-Söflingen.

Schwaben, wie man es sich in den Metropolen so vorstellt: Ulm-Söflingen, Home of the Häuslesbauer.

Ich bin in Schwaben geboren und aufgewachsen. Ich mag die liebliche Landschaft im Norden des Bodensees, ich mag die schwäbische Küche, mag Zwiebelrostbraten und Spätzle und Seelen, ich mag es, wenn ein kalter Wind Nebelschwaden über die grauen Stoppelfelder der Albhochfläche bläst. Was ich nicht mag: die Religiosität der Schwaben, ihre Lustfeindlichkeit, ihren Konservatismus, ich wollte früh weg von dort. Ich habe Geisteswissenschaften studiert, ich mache beruflich „was mit Medien“. Ich wohne in einer norddeutschen Großstadt, im Zentrum, in einer verhältnismäßig großen Wohnung in einem Gründerzeitviertel. Ich lebe ein durchaus bürgerliches Lebensmodell, verheiratet, gesettlet, mit Freude an gutem Wein.

Ich bin der Typ, den Wolfgang Thierse nicht mag.

Thierse hat ja irgendwo recht mit seinem Bashing gegen die Schwaben, die den Prenzlauer Berg angeblich prägen würden (statistisch gesehen ist diese Meinung anscheinend nicht ganz richtig, andererseits, wer einmal versucht hat, Statistiken aufzustellen, weiß, dass das recht unzuverlässige Werkzeuge sind, die Wirklichkeit zu beschreiben). Zur Erinnerung: SPD-Politiker Thierse hat dem rechtskonservativen Springer-Blatt Welt ein Interview gegeben und sich darin über die Veränderungen in seinem Wahlkreis beklagt.

Ich ärgere mich, wenn ich beim Bäcker erfahre, dass es keine Schrippen gibt, sondern Wecken. Da sage ich: In Berlin sagt man Schrippen, daran könnten sich selbst Schwaben gewöhnen. (…) Ich wünsche mir, dass die Schwaben begreifen, dass sie jetzt in Berlin sind. Und nicht mehr in ihrer Kleinstadt mit Kehrwoche. Sie kommen hierher, weil alles so bunt und so abenteuerlich und so quirlig ist, aber wenn sie eine gewisse Zeit da waren, dann wollen sie es wieder so haben wie zu Hause.

Was soll man darauf sagen? Ganz sicher nicht das, was Thierse aus dem Süden geantwortet wird, dieses bräsige „Wenn wir fleißigen Schwaben nicht fett in den Länderfinanzausgleich einzahlen würden, dann könnte Berlin aber mal sehen, wo es bleibt!“, das eigentlich genau die Vorurteile bestätigt, die Thierse in seiner ganzen Selbstgerechtigkeit vor sich herträgt. Es ist ja wirklich so: In Schwaben ist vieles nicht in Ordnung, es kommt nicht von ungefähr, dass ich da weg wollte. Es ist auch tatsächlich ein Problem, dass bestimmte Berliner Stadtviertel, der Prenzlauer Berg zählt sicher dazu, überschwemmt werden von Binnenmigranten, die gut ausgebildet sind, die (zumindest für Berliner Verhältnisse) gut verdienen, und die die eingesessene Bevölkerung aus dem Viertel verdrängen, nicht zuletzt, indem sie Wohneigentum erwerben. Letzteres ist aber eigentlich nicht die Schuld der Neuankömlinge, es ist die Schuld einer vollkommen verfehlten Wohnungsbaupolitik, die dem Eigentum immer den Vorrang gegenüber dem Mietwohnungsbau durch die öffentliche Hand gegeben hat, und die zumindest in Berlin federführend von Thierses eigener Partei verantwortet wurde.

Kein Problem ist meiner Meinung nach, wenn im Prenzlauer Berg eine Bäckerei aufmacht, die Wecken verkauft. Wer Schrippen kennt, der wird sich vielleicht freuen, wenn er auch mal etwas anderes angeboten bekommt, und wer Wecken nicht mag, der bekommt eine Ecke weiter Bagel, Börek, Pumpernickel, es ist doch alles da, das macht die multikulturelle Großstadt doch so charmant! Ich bin verletzt, wenn ein dummer, alter Mann mit dem Spruch von der Kehrwoche um die Ecke kommt, genauso, wie ich verletzt bin, wenn man mir hier im Norden erklärt, dass „im Süden ja alle katholisch“ seien – Schwaben ist mehrheitlich pietistisch geprägt, soviel verlangt ist es doch nicht, sich zu informieren, worüber man da spricht, oder? Mich verletzt es, wenn der Hamburger sich als Zentrum der Welt versteht, einer Welt, in der östlich von Bergedorf der unbestimmte „Osten“ beginnt (strukturiert gerade mal durch den nicht ignorierbaren Fettfleck Berlin in der Mitte) und südlich von Lüneburg ausnahmslos alles „Bayern“ ist. Und mich verletzt es, wenn Schwaben alle Klischees bestätigen, die über sie im Umlauf sind.

Fies, arrogant, überheblich-dumm, das sind natürlich nicht nur Berliner. Im großartigen „Tatort“ vorletzten Sonntag, „Der tiefe Schlaf“ aus München, bekommen die Kommissare (Miroslav Nemec und Udo Wachtveitl) einen neuen Assistenten (Fabian Hinrichs), und sie machen das, was sie mit jedem Assistenten machen: Sie machen Witzchen, demütigen ihn ein wenig, zeigen, dass er nicht dazu gehört. Sie mobben ihn. Gisbert, der Assistent, ist aber auch wirklich nervig, er ist übereifrig, er ist besserwisserisch, er reißt mit dem Hintern ein, was er mit den Händen beziehungsweise seinem Superhirn aufgebaut hat. Vor allem aber ist er Preuße. Und das geht in München gar nicht.

Und als der Assistent dann, nach der Hälfte des Films, tot ist, verstehen die Münchner Polizisten die Welt nicht mehr. Sie haben doch nur Spaß gemacht, wie Wolfgang Thierse.

31. Dezember 2012 · Kommentare deaktiviert für Falks kleine Lebensberatung (Dezember 2012) · Kategorien: Was die Bandschublade sein könnte · Tags: , , , , , , , , ,

Seit Mai mache ich diese Analyse der Googleanfragen auf der Bandschublade, und seit Mai ärgere ich mich: darüber, dass sich immer nur Anfragen nach nackten und/oder schwulen Halbpromis hier sammeln, nie aber die Frage nach dem Sinn des Lebens oder zumindest nach einer tollen Theaterinszenierung. Mit anderen Worten, es brauchte ein Dreivierteljahr, bis ich kapiert habe, dass spannend nicht die häufigsten Anfragen sind (im Dezember war das, wer hätt’s gedacht, „sophia thomalla brust“, mal wieder), sondern diejenigen, die nur ein-, zweimal auftauchten. Ansonsten ist Google aber auch ein komisches Tool – weswegen dieses kleine Blog Platz eins bei der Eingabe „Oh, Danke“ ist, weiß wohl nur ein irre gewordener Server, irgendwo in der schwedische Einöde. Egal, hier kommen ein paar ausgewählte, nicht allzu häufig aufgerufene Anfragen.

1. „tino hanekamp berlin“ Habe ich mich auch schon gefragt – was passiert, wenn Tino Hanekamp, diese zentrale Figur des Hamburger Nachtlebens, irgendwann das macht, was alle machen, nämlich nach Berlin ziehen? Bricht dann hier alles zusammen? Aus berufenem Munde kann ich Entwarnung geben: Anscheinend lebt Hanekamp noch in Hamburg, wenn auch am Stadtrand Richtung Berlin, aber die Hauptstadt ist auch nicht mehr das, was sie mal war, und über kurz oder lang zieht man vielleicht eher richtig aufs Land?

2. „porno schlechtes gewissen“ Muss man meiner Meinung nach keines haben.

3. „ich verstehe die rolle der sarah brandt nicht“ Lustig, ein Beitrag auf der Bandschublade begann ganz ähnlich, eine der mir mittlerweile unlieb gewordenen „Tatort“-Besprechungen: „Ich verstehe die Figur der Sarah Brandt nicht.“ Nunja, was soll ich dazu sagen? Anscheinend verstehen mehrere Leute diese von der geschätzten Sibel Kekilli gespielte Figur nicht, und ein wenig Licht ins Dunkel bringt womöglich dieses Blog hier.

4. „was macht eigentlich heidi brühl“ Die ist tot. Schon seit 21 Jahren, sie starb gerade mal 49-jährig nach einer Krebsoperation.

5. „krabbeltiere auf nackter haut erotisch“ Aerch. Irgendwie habe ich gerade total das Bedürfnis, mich zu kratzen.

6. „roter sack in bochum“ Zuerst dachte ich, da sucht jemand eine Kneipe, nur gibt es in Bochum keine namens „Roter Sack“. Mittlerweile habe ich erfahren, dass der Windelsack in Fröndenberg „viel diskutiert“ wird, von Fröndenberg ist es nicht allzu weit nach Bochum, es könnte also sein, dass ein Bochumer von diesen Diskussionen erfahren hat und wissen möchte, ob es so etwas auch in Bochum gibt. Soweit ich das verstanden habe: Gibt es nicht.

7. „islam einen geblasen bekommen“ Ich habe keine Ahnung, was der Islam zu dem Thema sagt. Ich könnte was zur katholischen Sicht auf die Sache erzählen, da ist Oralsex explizit verboten – der dient ja nicht der Reproduktion, und weil Katholiken ausschließlich deswegen Sex haben, blasen sie nicht. Im Islam denken sie wahrscheinlich ähnlich, vielleicht nicht ganz so radikal. Wenn ich es richtig verstehe, gibt es hier das Konzept, dass etwas „makruh“ ist, nicht verboten, aber missbilligt. Wobei es in der Praxis wohl so ist: der eine Imam sagt das, der andere jenes, und am Ende schlagen sich alle die Köpfe ein.

8. „dem intendanten des theaters bremen es geht immer nur um geld“ Das klingt jetzt vielleicht doof, aber: Das Spielzeitthema in Bremen ist momentan tatsächlich „Geld“ (auch wenn Michael Börgerding, der Intendant, das ein wenig differenzierter sieht), entsprechend kann man dem gesuchten Satz vielleicht wirklich zustimmen. Aber wahrscheinlich war das anders gemeint, oder?

12. Dezember 2012 · Kommentare deaktiviert für Über das Nichtweiterkommen · Kategorien: Allgemein · Tags: , , , , , , ,

Die Münchner Theaterwissenschaftlerin Luise Bundschuh hat mir eine Mail geschrieben. Frau Bundschuh schreibt ihre Magisterarbeit über „Theaterkritik im zeitgenössischen Sprechtheater“, und hierfür möchte sie wissen, ob ich als Kritikerin (Frau Bundschuh, es ist nicht nett, einfach den Formbrief, den Sie zuvor an eine Kollegin geschickt haben, per Copy and Paste an mich weiterzuschicken) schon einmal Theaterabende erlebt hätte, bei denen mir die danach zu schreibende Rezension besonders schwer fiel. Was für eine Frage! Natürlich habe ich das schon erlebt, ständig! Wollte ich schreiben. Aber nachdem ich ein wenig nachdachte, wurde mir klar, dass die Antwort gar nicht so einfach ist, wie es zunächst den Anschein hat. Weil nämlich das Prinzip „Kunstkritik“ genau solche Momente des Nichtverstehens, des Nichtweiterkommens braucht. Als Material. Mit der freundlichen Genehmigung von Frau Bundschuh publiziere ich hier meine Antwort – weil ich denke, dass mir das Verschriftlichen dieser Gedankengänge ein wenig hilft, zur Selbstvergewisserung in meinem Beruf, der ja eigenartig zwischen den Stühlen sitzt.

Natürlich tue ich mich (…) nicht immer leicht. Natürlich gibt es Inszenierungen, die einen bestimmten kulturellen Bezugspunkt haben, und von diesem Bezugspunkt verstehe ich unter Umständen nichts. Zum Beispiel Alvis Hermanis„Eugen Onegin“ vor einem Jahr an der Schaubühne, wo explizit auf das Russland der Puschkin-Zeit angespielt wurde, da musste ich schlicht passen: Ich konnte nicht nachvollziehen, was diese Bezüge bedeuteten. Das passiert, im Zweifel kann man dann nichts schreiben.
Meist nehme ich das eher als Ansporn für meine Texte: die Momente, an denen ich nicht weiter weiß. In der Regel ist es ja so, dass meine Verständnisprobleme an ähnlichen Stationen auftauchen wie bei anderen Zuschauern. Und da stellen sich dann Fragen: Warum verstehe ich hier etwas nicht? Beeinträchtigt die Beantwortung der Fragen die Inszenierung? Ist die Frage womöglich der Kern der Arbeit? Ich glaube nicht, dass eine gute Theaterkritik unbedingt jede Frage beantworten muss, im Gegenteil, manchmal reicht es durchaus, die Frage in Worte zu fassen.

Natürlich habe ich trotzdem meine Probleme. Das hat weniger mit den einzelnen Inszenierungen zu tun, sondern eher mit der Situation des Theaterjournalisten an sich: Manchmal weiß ich eben doch mehr als der durchschnittliche Zuschauer, schlicht weil ich in der privilegierten Situation bin, unglaublich viele Stücke sehen zu dürfen, und dann fällt mir womöglich gar nicht auf, dass es beim Publikum ein Verständigungsproblem gibt. Manchmal ist eine Inszenierung zu nah dran an meinen persönlichen Themen, und dann schreibe ich gar nicht mehr über die einzelne Aufführung, sondern ausschließlich über mich (zum Beispiel bei She She Pops „Sieben Schwestern“ ging es mir so). Und manchmal fehlt die professionelle Distanz zu den Ausführenden. Die lässt sich einfach nicht immer durchhalten, die Szene ist klein, da entwickeln sich Freundschaften, Interessenskonglomerate etc. … Und über kurz oder lang ist man in der Situation, über den Menschen eine Kritik zu verfassen, mit dem man vor kurzem noch knutschend in der Kantine saß. Ein weiterer Punkt ist das Finanzielle: Ich möchte nicht behaupten, dass Journalisten bestechlich seien, aber natürlich wird man von Theatern gefragt, ob man mal einen Beitrag für ein Programmheft verfassen könnte. Oder ob man als Moderator auf ein Podium gehen würde. Und da fließt dann auch Geld, nicht viel in der Regel, aber trotzdem. Ich bin als festangestellter Redakteur da noch verhältnismäßig gut dran, aber wer die Honorarsätze für freie Journalisten kennt, versteht, wie man da in Kalamitäten geraten kann.

Mir ist klar, dass es auf Kunstmessen nicht um das Wahre, Gute, Schöne geht, sondern um Kapitalismus. Im Zentrum steht nicht das Wort „Kunst“, sondern das Wort „Messe“: Hier soll etwas verkauft werden, mehr noch, hier soll etwas verkauft werden, das keinen direkten Wert hat, der Wert von Kunst ist immateriell, gehandelt wird hier mit Geschmack, Distinktion, Bewusstsein. Eine Kunstmesse ist Bewusstseinsindustrie. Ich weiß das. Ich bin nicht naiv, ich stolperte auch übers Berliner Art Forum (solange es das noch gab), ich sah den reichen Russen, der am Stand von Contemporary Fine Arts auf ein Gemälde von Daniel Richter zeigte, nichts sagte, die Handbewegung war schon Aufforderung genug: „Kaufen. Das da.“ Es widert mich an, aber vielleicht ist so eine Szene ja notwendig für eine Kunstwelt, die so spannend ist, wie die momentane. Vor sieben, acht Jahren habe ich Daniel Richter einmal in einem denkwürdigen Gespräch (gemeinsam mit Jonathan Meese) interviewt, es ging um Geld und Markt und darum, wie man es vor dem eigenen Gewissen als doch immer noch linker Künstler vertreten könne, dieses Spiel mitzuspielen. Richter antwortete damals sinngemäß, dass es Dutzende schlimmerer Dinge gebe, die die Reichen mit ihren Millionen machen könnten, als Kunst zu kaufen, darauf wusste ich keine Antwort, beziehungsweise, mir war klar: Richter hatte recht.

(Erwin Wurm machte 2006 eine Skulptur namens „Art Basel fucks Documenta“, man sieht das Kasseler Fridericianum, den zentralen Ausstellungsort der Weltkunstschau Documenta, und das wird von einem Basler Messehochhaus, nunja, gefickt. Da sieht man, wie das Verhältnis zwischen Markt und Kunst wirklich ist, wobei, gefickt zu werden ist ja nun nicht die unangenehmste Position, die man sich vorstellen kann.)

Darüber, dass vergangenes Wochenende in der Hamburger Messe die deutsche Dependance der Affordable Art Fair stattfand, darüber möchte ich mich gar nicht auslassen. Die Affordable Art Fair ist eine Kunstmesse, die die Nische der niedrigpreisigen Arbeiten bedient (die gezeigten Werke fangen bei 100 Euro an und hören bei 5000 Euro auf), es gibt viel minderwertigen Kram zu sehen und einiges ziemlich Gutes, nicht anders als bei jeder anderen Messe also, und dass sich P. und R. hier eine der ziemlich guten Arbeiten als Schnäppchen mit nach Hause genommen haben, spricht ebenfalls für die Affordable Art Fair, also: nichts dagegen. Viel aber gegen die Plakate, die Hamburg seit Wochen verschandeln und die einem sofort jede Lust nehmen, sich intellektuell mit Kunst auseinander zu setzen: Man sieht ein doofes Paar über den Elbstrand turteln (barfuß! Bei der momentanen Witterung!), sie halten rosa (rosa!) Pakete in den Händen, Pakete, in denen Kunstwerke versteckt scheinen (wäre es zuviel verlangt, bei dieser Gelegenheit Kunst zu zeigen? Oder schreckt es vielleicht die angestrebte Klientel ab, wenn das Marketing anders aussieht wie das eines Möbelhauses?), und über allem schwebt der entsetzliche Spruch „Kunst, der man nicht widerstehen kann“. Als ob es hier um Schokolade oder Instantkaffe oder Dessous gehen würde.

Die Affordable Art Fair möchte Schwellenangst abbauen, möchte dafür sorgen, dass ein kunstfernes Publikum vorbeischaut und einkauft (und ICH HABE DA REIN GAR NICHTS DAGEGEN). Und um das zu erreichen, schrauben sie in ihrer Außenwirkung jeden Anspruch soweit runter, bis man überhaupt nicht mehr erkennt, um was es hier eigentlich geht. Ich aber weiß, worum es geht, und weil ich das weiß, kotze ich auf offener Straße.

08. November 2012 · Kommentare deaktiviert für Ein kaum hörbares Knirschen · Kategorien: Allgemein · Tags: , , , , , , , , , , , ,

Eine Großstadt, wie man sie sich wünscht: Brüssel.

Also Stuttgart. In Stuttgart wurde ein neuer Bürgermeister gewählt, und der gehört den Grünen an, deren Vertreter sonst eher nicht Bürgermeister werden. Die CDU, die seit Jahrzehnten den Bürgermeister stellte, erlitt eine Schlappe, weswegen deren Vertreter panisch wurden: Sie hätten die Großstadtkompetenz verloren, mutmaßten die konservativen Analytiker, die jungen, urbanen Schichten würden sie nicht mehr wählen. Naja, Stuttgart. Manche streiten ja darüber, ob Stuttgart wirklich eine Stadt ist und nicht nur ein Bahnhof mit ein paar ungeordneten Häusern drumrum, wobei sogar der Bahnhof in Zukunft unsichtbar werden soll, aber eigentlich ist das hier gar nicht das Thema. Das Thema ist: Was ist das eigentlich, die Großstadt, in der keine großen Parteien mehr gewählt werden?

1. Die Großstadt ist gar nicht so groß

In der Stadtsoziologie spricht man ab 100000 Einwohnern von einer Großstadt. Wer schon einmal in Osnabrück war, der weiß: Besonders urban ist das nicht. Und wenn man mal andere Städte zum Vergleich nimmt, etwa Chongquing in China, mit 28,85 Millionen Einwohnern größte Stadt der Welt und in Europa weitgehend unbekannt, dann fragt man sich schon, ob die Relationen stimmen.

2. Die Großstadt ist ein Dorf

Was macht eine Stadt Hamburg aus? Poppenbüttel? Eilbek? Marmstorf? Nein, eine Stadt wird geprägt von innerstädtischen Quartieren, im Falle Hamburgs: von St. Pauli. Knapp 24000 Einwohner, das ist eine Liga mit Mühlheim am Main. Und außenrum haben wir Speckgürtel, der zählt nicht.

3. Die Großstadt besteht aus Unterschieden

In der Kleinstadt fällt man schon auf, wenn man einen Dialekt spricht, der einen nicht eindeutig als Eingeborenen ausweist. Die Großstadt lässt, solange sie als Stadt funktioniert, Unterschiede zu. In einer funktionierenden Großstadt lebt der Beamte mit dem Studenten Tür an Tür, die Künstlerin mit der alleinerziehenden Mutter, der Aufstocker mit der Gutverdienerin, in der Großstadt glaubt der Muslim, was er glauben will, die Katholikin glaubt an den Papst, und der Atheist glaubt gar nichts. Und alle kommen irgendwie miteinander aus. Das ist so, in der perfekten Großstadt.

Leider ist die Großstadt oft nicht perfekt. Das merkt man im Prenzlauer Berg in Berlin, wo man komisch angeschaut wird, wenn man kein Schwäbisch spricht, das merkt man in der Hamburger Hafencity, wo eben kein Aufstocker mit der Gutverdienerin Tür an Tür lebt – in der Hafencity leben ausschließlich Gut- und Bestverdiener, weil alle anderen sich eine Wohnung hier nicht leisten können. Das merkt man im Münchner Hasenbergl, wo jeder, der seine Kröten irgendwie zusammenkratzen kann, wegzieht, und übrig bleiben die Übriggebliebenen. Das Gegenteil der Großstadt ist nicht das Dorf, das Gegenteil der Großstadt ist das Getto.

Wenn die Großstadt nicht funktioniert, dann gibt es Störgeräusche, manchmal ein kaum hörbares Knirschen, manchmal ein ohrenbetäubendes Kreischen, das einem sagt: Hier kippt gerade etwas. Man hört es in Hamburg, wo wütende Stadtbewohner in der „Recht auf Stadt“-Bewegung dagegen protestieren, dass die Mieten im Zentrum unerschwinglich werden. Man hört es in Stuttgart, wo Bürger sich dagegen wehren, dass ein Bahnhof an der Bevölkerung vorbei geplant wird. Und man hört es ganz hässlich in Köln, wo die Leute gegen einen Moscheebau demonstrieren. Man soll sich nichts vormachen: Die Störgeräusche der Großstadt sind manchmal wirklich widerwärtig.

Und doch, und doch. Ist die Großstadt der Ort, wo man solche Misstöne aushält, wo aus solchen Misstönen etwas neues entsteht. Und wenn nichts neues entsteht, dann verschwindet die Großstadt eben, dann wird sie zur Kleinstadt, zum Ort, wo es keinen Misston gibt, sondern ausschließlich dumpfe, langweilige Stille. Grabesstille. Die Kleinstadt ist der Gegenentwurf zur Großstadt, der Ort, an dem es keine Unterschiede gibt, sondern nur noch Gleichklang. Manhattan, der Inbegriff des Urbanen, wurde so ein Ort in den Neunzigern, als die Quadratmeterpreise so in die Höhe schossen, dass kaum noch ein Normalverdiener im Zentrum New Yorks wohnen konnte. Und? Zogen die Coolen, die Künstler eben ein paar Kilometer weiter, nach Brooklyn. Dass alles im Fluss ist, ist das vierte Element der Großstadt:

4. Die Großstadt verändert sich ständig

Irgendwelche Strategien, wie politische Parteien die großstädtischen Wähler einfangen können, funktionieren entsprechend gar nicht. Weil die Städter nämlich schon wieder woanders sind, bis die Partei ihr Programm angepasst hat. Vielleicht einfach ehrlich sein, konsequent und nicht allzu abgehoben? Vielleicht keinen Bahnhof neu bauen, wenn die Stadtbewohner keinen Bahnhofsneubau wollen? Vielleicht: mal zuhören?

Und ansonsten: Leben und leben lassen. (Ich halte es für einen echten Glücksfall, in der Großstadt zu leben.)

Hurra, Google ist wieder da! Keine Ahnung, woran das liegt, aber auf jeden Fall hat die Krakensuchmaschine dieses kleine Blog seit Mitte des Monats wieder gelistet. Was auf der einen Seite zur Folge hat, dass die Besucherzahlendurststrecke vom Juli vorbei ist, auf der anderen Seite aber auch, dass mir die Besucherstatistik von all den „sophia thomalla brust“-, „sophia thomalla titten“- und „simone thomalla sex“-Googlern verhagelt wird. Ach, was für unappetitliche Fetische es doch gibt!

Egal, jeder, der hier vorbei schaut, ist erstmal willkommen, zumal wenn er sich ordentlich benimmt! Und das tun die meisten ja auch, zumindest üble Beschimpfungen im Kommentarbereich gab es schon lange keine mehr. Und vielleicht kann ich auch ein paar Fragen beantworten, die hoffnungsfrohe Menschen ins Suchfeld ihres Browsers eingeben haben?

1. „kunst, sexualität und geschlechterkonstruktionen“ Immerhin fünfmal tauchte diese Anfrage in der Statistik auf, meine Lieblingsanfrage. Weil, Leute, die sich für solche Themen erwärmen, die will ich auf meiner kleinen, netten Seite haben – und eben keine Dumpfbacken, die sich nur dafür interessieren, ob Devid Striesow schwul sei (neun Anfragen). Letzteren sei zum x-ten Male um die Ohren gehauen: Nein, ist er, soweit ich weiß, nicht. Wobei „schwul“, „hetero“, „bi“: Solche Kategorien sind sowas von Neunziger! Beschäftigt euch mal ein wenig mehr mit Kunst, Sexualität und Geschlechterkonstruktionen, dann kapiert ihr, dass es Cooleres gibt, als nach der Veranlagung eines geschätzten Schauspielers zu googlen.

2. „filme mit sophie rois nackt ansehen“ Ich empfehle „Drei“ von Tom Tykwer, da ist die verehrte Frau Rois mehrfach nackt zu sehen (und mit ihr auch, als kleines Plus, Devid Striesow, ich meine ja nur!). Es gab auch mal einen alten, österreichischen Tatort mit nackter Rois, „Passion“, 2000 von Felix Mitterer gedreht. Oder verstehe ich die Frage falsch? Geht es darum, selbst nackt zu sein, während man einen Film mit Sophie Rois schaut? Oder gar darum, einen Film gemeinsam mit Sophie Rois zu schauen, und beide Zuschauer sind nackt?

3. „schmalste straße ulms“ Puh. Ich würde sagen, im Fischerviertel, ein Verbindungsweg zwischen Schwörhaus- und Fischergasse. Aber der ist nur für Fußgänger. Ob das als Straße zählt? Einfacher beantworten ließe sich die Frage nach der längsten Straße Berlins: Das ist das Adlergestell. Wollte nur niemand wissen.

4. „makler hamburg für weniger geld“ Die Frage ist falsch gestellt. Es gibt keine Makler für weniger Geld, weil Makler ihre Gebührenordnung haben und schön blöde wären, wenn sie von der abweichen würden. Eine andere Frage ist, wofür Makler eigentlich ihr Geld bekommen: fürs Vermitteln von Wohnungen. Nur vermitteln sie in einer Hochpreisstadt wie Hamburg gar nicht, sie schließen vielleicht die Tür bei der Wohnungsbesichtigung auf, sie sammeln die Selbstauskünfte ein, und die leiten sie weiter an den Immobilienbesitzer. Für diese extrem anspruchsvolle Tätigkeit kassieren sie drei Kaltmieten Courtage. Ist das gerechtfertigt? Falls man diese Frage mit „Nein“ beantwortet, sollte man sich eine zweite Frage stellen: Weswegen stütze ich dieses System dann eigentlich noch?

5. „wie macht man einen seitensprung“ Nunja, ich fürchte, das passiert einem einfach. Oder geht es hier tatsächlich konkret um eine Handlungsanweisung, so von wegen Ausziehen, Knutschen, Finger hier, Lippen dort und dann hoffentlich auch noch irgendwo ein Kondom?

6. „heidi brühl mädels vom immenhof duschszene“ Diese Anfrage habe ich Kid37 zu verdanken, der im Vormonat kommentierte, dass bei ihm ständig Leser nach besagter Duschszene suchen würden. Ich habe keine Ahnung, ich weiß nicht einmal, was die „Mädels vom Immenhof“ sind, und dass die womöglich auch mal geduscht haben – mag sein, aber für mehr Informationen wäre es besser, wenn man bei berufenem Munde nachfragt: Das hermetische Café, ohnehin ein empfehlenswertes Blog.

7. „eheliche pflichten sex humor“ Das passt gar nicht zusammen, Sex und Humor. Und: „eheliche pflichten“, da geht es um Pflicht, da wird nicht gelacht, da wird die Pflicht erfüllt! Wegtreten!

8. „falk schreiber theater heute“ Ja, hier?