Ein guter Februar, dieses Jahr. In absoluten Zahlen natürlich nicht ganz so der Burner, klar, ist ja ein kurzer Monat, aber ein hoher durchschnittlicher Tagesbesucherwert. Da merkt man, dass das Wetter so entsetzlich ist, es gibt schlicht wenig zu tun außer sinnlos rumzusurfen. Interessant auch die am häufigsten gegooleten Begriffe: Erstmals sind das nicht „Thomallas Titten“ oder so etwas, es ist „Sarah Wagenknecht nackt“. Linkskonservative Masturbatoren oder Rechte, die den Linken am Zeug flicken wollen, man weiß es nicht, aber was man wissen sollte, ist das: Sarah Wagenknecht, die macht doch den Drecksjob für die Rechten! Behauptet, eine Linke zu sein, ist aber in allem, was sie sagt so weit rechts, da schlackert die CSU mit den Ohren! (Mit den roten Ohren übrigens, weil sie sich gerade vorgestellt hat, wie ihr Gottseibeiuns nackt aussieht. Hihi.) Andere Suchbegriffe waren aber auch schön.

1. senf ins gesicht frittenbude Es gibt die früher Münchner, jetzt Berliner Band Frittenbude, aber die spritzt in der Regel nicht mit Senf. Frittenbude veröffentlichen ihre Musik auf dem Hamburger Label Audiolith, und auf Audiolith ist es auch eine weitere Band aus München unter Vertrag, Tubbe. Jedenfalls: Es existiert von Tubbe ein Video zum Song „Liebe.Fertig“, und am Ende dieses Videos ejakuliert ein riesiger Phallus der Sängerin etwas ins Gesicht. Aber das ist, glaub‘ ich, kein Senf. Hm. Oder geht es bei der Frage überhaupt nicht um die Band Frittenbude, sondern vielleicht um versicherungsrechtliche Fragen, wenn man an einer Bude Senf … äh. Dann kann ich nicht helfen. Jetzt weiter mit Musik.

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2. die frau mit schubladen salvador dali was bedeutete es Das ist so eine typische Schülerfrage. Ich stelle mir einen pickligen Dreizehnjährigen vor, nennen wir ihn Kevin, der am nächsten Tag ein Referat im Kunstunterricht halten muss, aber zu faul ist, sich selbst mit einem Kunstwerk zu beschäftigen, ach, im Internet wird sich schon was finden. Wird sich sicherlich, Kevin, irgendwo. Aber nicht hier. Und ob dir das, was du da findest, weiterhilft, da wäre ich mir auch nicht zu 100 Prozent sicher.

3. roger vontobel/jana schulz Hier hat sich hingegen wirklich jemand Gedanken gemacht. Theaterregisseur Roger Vontobel (den ich durchaus mag) arbeitet sehr gerne mit Schauspielerin Jana Schulz (die ich extrem mag) zusammen, leider nicht mehr in Hamburg, was mit dem kulturpolitischen Desaster am Schauspielhaus zu tun hat. Zuletzt machten die beiden, denke ich, zusammen Shakespeares „Richard III“ am Schauspielhaus Bochum.

4. linsen und spätzle sind unglaublich lecker.

5. müssen darsteller in modernen inszenierungen nackt sein Nein, müssen sie nicht. Tatsächlich habe ich sogar schon mehr Inszenierungen gesehen, in denen die Darsteller nicht nackt sind, als Inszenierungen, in denen die Darsteller nackt sind. Andererseits kann es durchaus vorkommen, dass ein Schauspieler nackt ist. Das kann inhaltliche Gründe haben (in Stefan Puchers „Othello“, 2004 am Hamburger Schauspielhaus, duscht Alexander Scheer in der Titelrolle und verliert dabei in Teilen seine schwarze Hautfarbe, da wäre es lächerlich, würde er eine Badehose tragen). Es kann aber auch damit zu tun haben, dass ein Schauspieler nackt seine Professionalität verliert, was eine ästhetische Entscheidung ist (Einar Schleef hat einmal sinngemäß gesagt, dass nackte Schauspieler sich nicht mehr hinter ihrem Handwerk verstecken können). Und manchmal ist es auch schlicht aufgesetzt.

6. wiener schnitzel dekonstruktion Das ist so ziemlich meine Lieblingsanfrage. Postmoderne, gutes Essen, Wien, alles drin.

7. intellektuelles niveau petersburger schlittenfahrt Hust. Wenn ich es richtig weiß, ist die „Petersburger Schlittenfahrt“ eine Sexstellung: Der aktive Partner hat die Knie angewinkelt, der Passive ruht auf diesen Knien und wird dabei penetriert. Ist für den Aktiven ein wenig unbequem, aber durchaus lustvoll. Aber: intellektuelles Niveau?

8. darf man beim cirque du soleil fotografieren? Darf man nicht. Klare Frage, klare Antwort.

01. Februar 2013 · Kommentare deaktiviert für Falks kleine Lebensberatung (Januar 2013) · Kategorien: Was die Bandschublade sein könnte · Tags: , , , , , , , , ,

Ein guter Monat, dieser Januar, zumindest wenn man sich die Besucherzahlen auf der Bandschublade anschaut. Ein guter Monat auch wegen des Feedbacks, es gab einiges an klugem Gegenwind (die ganzen Kommentare, die ich bei dem Artikel „Zwei Diskussionen, die eigentlich gar nicht soviel miteinander zu tun haben“ stehen gelassen habe) sowie einiges an weniger gutem Gegenwind (die ganzen Kommentare beim gleichen Artikel, die so jenseits von Niveau waren, dass ich sie nicht freischalten wollte). Trotzdem, guter Monat. Und interessante Suchbegriffe, an deren Spitze endlich mal nicht der Brustumfang von Frau Thomalla stand, sondern „Laura Himmelreich“. Gut, hat auch mit Brustumfang zu tun, aber warum nicht. Nichts gegen Brüste.

1. „serben quadratschädel“ Huch, suchen da etwa Rassisten nach Material im Internet? Naja, zumindest im Fernsehen werden Serben praktisch immer als Quadratschädel dargestellt, ich kenne allerdings eine Serbin, die keinen Quadratschädel hat, entsprechend denke ich, dass da wenig dran ist.

2. „frittenbude hipster“ Ja, das lässt sich wohl nicht in Abrede stellen: Die ehemals Münchner, jetzt Berliner Elektropunkband Frittenbude ist eine Hipsterband. Aber ist das gut? Schlecht? Oder einfach nur okay?

3. „margret günter k.“ Ein ganz interessantes Kunstprojekt: Der mittelständische Unternehmer Günter K. hatte in den späten Sechzigern ein Verhältnis mit seiner Sekretärin Margret, und dieses Verhältnis dokumentierte er akribisch: Hotelrechnungen, Pillenpackungen, Schamhaare. Und unzählige Notizen, wann der Beischlaf wie vollzogen wurde („In Rückenlage“). Ein Archiv der der Spießigkeit.

4. „industrieruinen in rüdersdorf“ Keine Ahnung, wie das heute ist, vor 15 Jahren war der Museumspark Rüdersdorf bei Berlin eine postindustrielle Wildnis, die darauf wartete, entdeckt zu werden. Ich fürchte ja, dass sich das im Laufe der Jahre geändert hat.

5. „songplatte auf englisch“ Es tut mir leid, ich fürchte, diese Googlesuche ist ein wenig unspezifisch.

6. „david striesow als schwuler ehemann“ Der Herr heißt „Devid“, woran man sieht, dass er aus dem Osten kommt, allerdings kann ich die Frage beantworten: In Tom Tykwers Film „Drei“ spielte er einen solchen.

7. „schwaben drecksvolk“ Selber Drecksvolk, rassistisches. Könntichmichaufregendrüberabersowasvon.

8. „wowereit schwul st. georg“ Der Berliner Bürgermeister Klaus Wowereit ist schwul, ja. Weiß ja mittlerweile wohl jeder. Und St. Georg ist das für Hamburg, was Schöneberg für Berlin ist: der schwule Kiez. Ob Wowereit also in St. Georg abhängt, wenn er mal in Hamburg ist? Warum nicht. Andererseits glaube ich nicht, dass Wowereit überhaupt nach Hamburg kommt, das ist dem doch sicher zu langweilig hier.

13. August 2012 · Kommentare deaktiviert für Nachlese Dockville 2012 · Kategorien: Schubladendenken · Tags: , , , , , , , , , ,

Was? Dockville 2012, 10.-12. 8. 2012, HH-Wilhelmsburg, Reiherstieg

Verpasst? Apparat Band. Wollte ich mir anhören, trotz allzu großen Pathosfaktors auf der CD, aber dann spielten parallel Hot Chip, ganz ohne Pathos, und ich blieb hängen.

Frittenbude, die ich ja eigentlich ganz gerne mag. War aber dieses Wochenende gar nicht meins.

James Blake, weil ich die musikalische Qualität des jungen Mannes ohne Wenn und Aber anerkenne, aber trotzdem gar nichts mit ihm anfangen kann. Und außerdem Samstagabend ach so todmüde war.

Niels Frevert, weil parallel Tocotronic spielten, und da bin ich dann eben doch eine treue Seele. Außerdem sah ich Frevert dieses Jahr ja schon einmal.

Schönster Konzertmoment? Hängt eng zusammen mit dem Glitzerkleid von Metronomy-Schlagzeugerin Anna Prior (auf dem Bild die zweite von rechts, das Kleid ist aber nicht zu sehen).

Überraschendster Konzertmoment? Als die Sleep Party People nach ihrem verstörenden, düsteren Set ihre Hasenmasken absetzten und sich als grundsympathisch dreinschauende, ganz normale Jungs entpuppten.

Und die Kunst? Habe ich hier beschrieben.

Und jetzt? Setze ich mich an einen Artikel für die junge Welt, in dem ich das Thema noch ein wenig genauer behandle (den man hier lesen kann):

Egal, das Hamburger Indiepop- und Kunstfestival Dockville hat den Ruf weg, ein Hipster-Festival zu sein. Und tatsächlich, vergangenes Wochenende war die Jutebeuteldichte im Hamburger Hafen signifikant hoch. Wobei hier das Problem weniger die paar Typen waren, die einen Tacken cooler sind als man selbst, sondern immer noch die vielen entsetzlich uncoolen Typen. Uncoolness, harmlos: Frauen, die beim ersten Hauch von Tribal-Klängen entrückten Ausdruckstanz versuchen, barfuß im Staub. Uncoolness, weniger harmlos: vierschrötige Typen zwischen Bundeswehr und BWL-Studium, die sich während des selbstquälerischen Auftritts von Dillon lautstark mit ihren sogenannten Ischen unterhalten. Ja, solche Nasen gibt es auch beim Dockville. Wenn man sich über die mokiert, ist man dann ein Hipster?

Und hier geht’s zum uMag-Twitterwall.

Weitere Besprechungen: pop10, Les Mads, Birgit Reuther im Hamburger Abendblatt.