Nein, Janelle Monáe, es liegt nicht an dir. Es liegt an mir, an meiner schlechten Laune, man. soll. einfach. nicht. zerstritten. auf. ein. konzert. gehen. Es liegt am Publikum, Hamburg halt, O-Ton C.: „So ein Musikliebhaber-Publikum, das immer noch Michael Jackson und den Jackson 5 hinterhertrauert“ (sic) (das allerdings in Bezug auf das Berliner Konzert am Vortag, Deutschland halt). Es liegt daran, dass es Getränke nur in diesen ekligen Plastikbechern gab. Es liegt daran, dass man kaum etwas sah (O-Ton K.: „Das ist immer das Problem mit HipHop-, Soul- und Funk-Konzerten, ach, grundsätzlich mit Konzerten, die ein Publikum mit Migrationshintergrund anziehen: Big Hair!“). Es liegt am Sound, der über eine halbe Stunde breiig durch die Halle suppte, ein Indie-Laden wie das uebel & gefährlich gerät eben an seine Grenzen, angesichts deines eklektizistischen Souls, nein?
Es liegt nicht daran, dass sich niemand Mühe gegeben hätte, aber: Wenn da Leute auf der Bühne längere Zeit eskalieren, und im Publikum eskaliert rein gar nichts, dann wirkt das ein wenig, hm, bemüht. Wie ein vorgespielter Orgasmus. Es liegt nicht an der Band, dass die Gitarre ein Rocktier bedient, das tut, als sei es Eddie van Halen in den frühen Achtzigern, wusste ich ja schon vorher. Wahrscheinlich liegt es wirklich: an mir. Dass mir so unglaublich langweilig war, während des Konzerts.

Ganz sicher aber liegt es nicht an der Musik. Songs wie „Tightrope“, „Sincerely, Jane“, „Cold War“, „Come alive (War of the roses)“ sind einfach zu toll, als dass ein missglückter Abend sie kaputt machen könnte. Und mal ehrlich: Macht ein einziger, irgendwie nicht so toller Sex denn eine Beziehung kaputt?

Eben.