Der Juni war ein schlechter Monat? Blödsinn: Ein richtig schlechter Monat war der Juli, von den Besucherzahlen her: Gerade mal ein Viertel der Leute, die im Mai sich hierher verirrt hatten, kamen im Juli vorbei. Vielleicht ist das ja auch eine ganz gute Entwicklung, man kommt zurück auf den Boden der Tatsachen, und diese Tatsachen sagen: Eine dreistellige Besucherzahl pro Monat ist auch ganz schön, ich heiße ja nicht Anke Gröner. Bloß: die Gründe? Urlaubszeit? Kein „Tatort“, den ich hätte rezensieren können? (Nicht lachen: Die Fernsehkritiken spülen mir immer Hunderte Besucher in die Bandschublade.) Keine interessanten Themen? Ich meine, das ist ein Kulturblog, das leidet unter Sommerloch. Hauptsächlich wahrscheinlich: Irgendetwas ist an den Google-Algorithmen kaputt, der Suchmaschinenmonopolist schickt hier nur noch wenige Surfer vorbei, und dann auch nur mit ganz eigenartigen Suchanfragen. Andererseits sind eigenartige Suchanfragen natürlich auch das Salz in der Suppe dieser Rubrik.

1. „don’t be a maybe marlboro“ Ach ja, ich regte mich ja extrem über die aktuelle Werbekampagne der möchtegerncoolen Zigarettenmarke auf. Interessierte anscheinend noch ein paar Leser, was es da zu sagen gab, ich hoffe: mit kritischen Motiven.

2. „nackte frauen erotisch“ Ist das jetzt eine Frage? So in etwa: „Sind nackte Frauen erotisch?“ Würde ich mit „Schon, manchmal“ beantworten. Aber wahrscheinlich ist die Googleanfrage anders gemeint, sie bezieht sich auf dieses „manchmal“, von wegen: „Ich suche Bilder von nackten Frauen, und zwar solche, die erotisch sind, nicht etwa solche, die nackte Frauen unter der Dusche zeigen.“ Keine Ahnung, ob ich da helfen konnte, helfen kann ich aber mit der Weisheit: Nackte Frauen mögen manchmal erotisch sein, manchmal sind Frauen aber sogar im bekleideten Zustand erotisch. Frauen, die kleinen Wundertüten.

3. „liebe mich dann wenn ich es am wenigsten verdient habe denn dann brauche ich es am meisten“ Holla! Anscheinend ist das ein geflügelter Satz, zumindest findet man ihn auf diversen Poesiealbum-Seiten, allerdings mit unbekanntem Autor. Falls jemand nochmal hier nach diesem Satz sucht, dann möchte ich antworten: strohdoofer Satz. Der eigentlich alles entschuldigt – ich stelle mir einen Typen vor, der seine Freundin gerade grün und blau prügelt und währenddessen „Liebe mich dann, wenn ich es am wenigsten verdient habe, denn dann brauche ich es am meisten“ vor sich hinmurmelt. Unschön.

4. „zeig mir wie das geht mit dem sex doppelstecker“ Bitte?

5. „schwule pronoseiten“ Das solche 08/15-Anfragen bei mir landen, hat ausschließlich mit dem Rechtschreibfehler „prono“ zu tun. Und sagt mir, dass ich ein bisschen mehr auf korrekte Orthographie achten sollte.

6. „aktuelles über jana schulz“ Ach, da wüsste ich ja auch gerne ein wenig. Jana Schulz, hoch geschätzte Schauspielerin, arbeitet weiterhin hauptsächlich mit ihrem Stammregisseur Roger Vontobel, und weil der nichts mehr in Hamburg macht, ist Schulz auch über die Wupper respektive Elbe gegangen. So wie ich das sehe, ist sie momentan hauptsächlich in Bochum zu bewundern, kommende Spielzeit zunächst in „König Richard der Dritte“.

7. „tiermotive für die wand fürs baby name vincent“ Eine ultraspezifische Anfrage, ich würde sogar sagen: So spezifisch, da gibt es nicht nur bei mir keine Antwort, da gibt es nirgendwo eine Antwort. Vielleicht noch die: Wenn Vincent tatsächlich noch ein Baby ist, dann wird es ihm verhältnismäßig egal sein, was für Tiermotive da an seiner Wand prangen. Und sobald Vincent ein Teenager ist, wird er es scheiße finden. Teenager finden ja alles scheiße.

8. „schaemt sich christian wulff nicht“ Ja, das frage ich mich auch. Und, nein, ich denke, er schämt sich wirklich nicht.