Ja, ich weiß, der September ist schon einige Tage vorbei, aber what the heck? Hier geht ohnehin gerade alles drunter und drüber, die Bandschublade entwickelt sich zu einem Diskussionsforum anlässlich eines Prä-Wahl-Artikels, der durch die Bundestagswahl längst von der Realität überholt wurde, egal. Es ist nur so … Ich fühle mich ein wenig als ob ich ein paar Leute zum Abendessen eingeladen hätte, und das Abendessen entwickelt sich zu einer Orgie: Die Gäste liegen zuckend unter dem Tisch, nur ich darf nicht mitmachen, höchstens mal ein paar Oliven reichen. Naja. Mache ich ja gerne.

klaus witzeling. War ein geschätzter Theaterkritikerkollege beim journalistisch eher weniger geschätzten Hamburger Abendblatt. Ich traf Klaus immer wieder bei Premieren, wir grüßten uns kurz, ich wollte ihm immer mal sagen, dass ich seine Texte mochte, habe ich nie gemacht. Und dann erfuhr ich über Facebook, dass er gestorben war, urplötzlich, “nach kurzer, schwerer Krankheit”. Dass eine ganze Menge Googler mit dieser Namenssuche auf der Bandschublade landeten, lässt mich annehmen: Es gab noch andere Leute, die das ebenfalls nicht glauben konnten.

ulli lust flughunde eigentlich ein surreales theaterstück. Ähem. Ulli Lusts “Flughunde” ist die Comic-Adaption eines Romans von Marcel Beyer. Ein Theaterstück? Naja, man kann da eine szenische Anlage drin erkennen, aber, hm, nö, eher nicht. Und mit “surreal” hat das eigentlich auch nichts zu tun.

ich ess kein haribo mehr weil ich angst habt thomas gottschalk kommt vorbeikommen. Das ist wohl die großartigste Google-Anfrage seit langem. Allerdings ist die Angst wohl eher unbegründet, ich glaube nicht, dass Gottschalk vorbeikommt. Es gibt andere Gründe, auf Haribo zu verzichten, zum Beispiel den, dass diese Firma in der Bild wirbt.

oliver stokowski lebt im prenzlauer berg. Hm. Eigentlich ist Stokowski Ensemblemitglied im Schauspielhaus Zürich, aber tatsächlich lebt er in Berlin. Allerdings stammt Stokowski aus Kassel, ist also Nordhesse und kein Schwabe, deswegen denke ich nicht, dass er im Prenzlauer Berg wohnt. Sind doch nur noch Schwaben, da.

jana schulz nackt. In mehr oder weniger jedem Theaterstück, das ich mit dieser großartigen Schaupielerin gesehen habe. Macht euch schlau, wann sie wo spielt, dann seht ihr sie auch nackt. Und stellt dabei womöglich fest, dass diese Frau noch viel mehr zu bieten hat als Brüste und Schenkel, just sayin’.

selbst gemachter orgasmus. Da gibt es ganz unterschiedliche Techniken, wie man den erreicht. Um zu helfen, müsste ich ein bisschen mehr wissen, erstmal: Mann oder Frau?

oberstdorf altnazis. Kann ich mir schon vorstellen, dass da noch ein paar hocken. Aber auf kurze Sicht werden die auch wegsterben, also kein Grund zur Beunruhigung. Grund zur Beunruhigung ist allerdings, dass da immer wieder welche nachwachsen.

mord mit aussicht oben ohne. Wenn ich mich richtig erinnere, gibt es eine Szene, in der Caroline Peters oben ohne zu sehen ist. Sie steht da unter der Dusche, es gibt also überhaupt keinen Grund, da ein Gewese drum zu machen, bemerkenswerter wäre, wenn sie in dieser Situation was anhätte. Allerdings beobachtet sie Bjarne Mädels Dietmar dabei, und der ist in der Folge nachhaltig verstört.

Ach, der Juli. Ein schlechter Monat für Blogger, wenig Besucher, wenig Themen, alle sind im Urlaub. Ich ja auch. Aber: 2013 war es immerhin schon besser als 2012, langsam nährt sich das Eichhörnchen, aber es nährt sich. Nur: wofür eigentlich?

1. castorf gießen theaterwissenschaft Volksbühnen-Intendant Frank Castorf studierte Theaterwissenschaft, das schon, aber soweit ich weiß an der Humboldt-Uni. Ob er wohl in Gießen mal Gastdozent war? Waren ja über die Jahre so ziemlich alle wichtigen Theatermacher, das kann also schon sein, aber als ich in Gießen studierte, war Castorf  nicht da. Was es gab: Ein Graffito an der Fachbereichsbibliothek neben dem Institut für Theaterwissenschaft, “Castor stoppen”, aus demeines nachts ein “Castorf stoppen” gemacht wurde. Fand ich damals sehr lustig.

2. damien hirst war schlechter schüler Keine Ahnung. Grundsätzlich kann ich mir schon vorstellen, dass Hirst nicht besonders gut in der Schule war, ich meine, Albert Einstein war auch kein guter Schüler, und zum Einstein braucht es schon noch ein bisschen mehr als zum Erfolgskünstler. Ich war übrigens auch nicht gut in der Schule, die in der Stadt stand, in der Einstein einst geboren wurde.

3. jana schulz schauspielerin rechts Kann ich, um ehrlich zu sein, ganz und gar nicht glauben. Aber vielleicht ist die Frage gar nicht politisch gemeint? Vielleicht wird nach einem Theaterfoto gesucht, auf dem Jana Schulz rechts zu sehen ist?

4. sandra hüller splitternackt Da gibt es mehrere Filme, in denen Sandra Hüller nackt zu sehen ist, und alle sind sie sehenswert. Ich empfehle stellvertretend “Über uns das All”, wobei, ich erinnere mich nicht mehr genau, ob sie da nicht nur untenrum nichts trug? Und hier wurde ja explizit nach “splitternackt” gesucht? Allerdings – in dem Film ging es auch gar nicht in erster Linie um Nacktheit.

5. brezel sex Es gibt einen Film? Roman? Theaterstück? … Ich weiß es nicht mehr. Auf jeden Fall erzählt der Protagonist da, dass er einen Crush auf die ukrainische Politikerin Julija Tymoschenko habe, insbesondere wegen ihres auffälligen Haarkranzes, der ihn an eine Brezel erinnerte. Er habe daraufhin nach Sexbildern von Tymoschenko gegooglet, und zwar mit den Suchbegriffen “Brezelfrisur Sex” – und sei dabei auf Seiten geraten, in denen Leute Brezeln als Tool in ihr Liebesspiel integriert hätten, Brezeln in Vulven, Brezeln um Schwänze geschlungen … Äh. Weiß jemand, wo diese Erzählung herkommt? Womöglich könnte man dem armen Googler auf der Bandschublade helfen.

6. westerwelle times square Guido Westerwelle war sicher auch mal auf dem Times Square, hat dort aber kaum politische Spuren hinterlassen. Der Googler meinte Graf von und zu Emporkömmling.

7. strand in hamburg Gibt es mehrere. Der bekannteste (und wohl auch überlaufenste) ist der in Oevelgönne, hinter dem Museumshafen. Viele empfehlen das Falkensteiner Ufer, ein gutes Stück elbabwärts.

8. dicke voyeur auf der leiter Es gibt Filme, in denen fällt er mit 100-prozentiger Sicherheit runter.

Als Theatergänger bin ich ein unsicherer Liebhaber. Einer, der schon viele Affären hatte, alle endeten sie schmerzhaft, und als sich eine neue Freundin ankündigt, da weiß er nicht, wie stark er sich auf sie einlassen soll. Sicher, noch ist alles schön mit ihr, sie interessiert ihn, und von wegen Sinnlichkeit ist auch alles, wie es sein soll, aber irgendwie war das doch zuvor auch immer so, mit den anderen, und trotzdem endete es jedesmal in einer Katastrophe – was, wenn es diesmal wieder so schlimm werden würde? Sollte er sich überhaupt freuen auf seine neue Freundin? Oder besser das Thema von vornherein verloren geben?

Das Hamburger Schauspielhaus war die vergangenen Jahre genau das: eine Katastrophe. Es gab immer wieder auch Lichtblicke, klar, die Arbeiten von Volker Lösch, eine Schauspielerin wie Jana Schulz, die im Zweifel das gesamte Ensemble mit queerer Körperlichkeit mitzureißen wusste, chaotisch-entertainende Zwischenspiele von Studio Braun, meist aber doch nur: Mängelverwaltung. Dramaturgische Unentschlossenheit. Ein von Anfang an aufgegebener Kampf gegen den Fluch des Hauses.

Im Herbst wird Karin Beier Intendantin am Schauspielhaus, wie man hört, wird sie alles anders machen, da wünsche ich ihr Glück. Was ich von Beier als Regisseurin gesehen habe, hat mich nie wirklich vom Hocker gerissen, aber ein guter Intendant muss kein guter Künstler sein, und als Intendantin hat Beier immerhin den Ruf, das einst völlig runtergewirtschaftete Kölner Schauspiel auf Vordermann gebracht zu haben. Andererseits: Das heißt auch nichts, Ulrich Khuon galt als Chef des Hamburger Thalia als bester Theaterleiter der Republik, aber als er das Deutsche Theater Berlin übernommen hatte, machte er dort angeblich von einem Tag auf den anderen alles falsch. Es ist kompliziert, und ich weiß nicht, ob ich mich auf Karin Beier freuen soll.

Wer sich ganz klar freut, ist der Kollege Wolfgang Höbel vom Spiegel. Höbel hat ein Buch über die designierte Schauspielhaus-Intendantin geschrieben, “Karin Beier. Den Aufstand proben”, und ich habe dieses Buch für die aktuelle Theater heute rezensiert. (Nach dieser Rezension werde ich wohl nie in meinem Leben einen Text im Spiegel veröffentlichen, weil Höbel den Text wahrscheinlich als Verriss verstehen wird, obwohl er das gar nicht ist. Ach, doofe Journalistenehre.)

Wer noch nie eine Inszenierung Beiers gesehen hat, der kann sich nach der Lektüre kaum vorstellen, für welches Theater sie eigentlich steht, und wer mit ihrer Arbeit vertraut ist, der fragt sich, ob ihre Deutung von Schillers „Jungfrau von Orléans“ am Burgtheater sich tatsächlich dadurch auf den Punkt bringen lässt, dass die von Karoline Eichhorn gespielte Titelheldin statt eines Helms einen Blumentopf auf dem Kopf trägt. Es bleibt der Eindruck eines Theaters, das irgendwie sinnlich ist, irgendwie melancholisch, irgendwie musikalisch. Und auch politisch, irgendwie.

In der gleichen Ausgabe findet sich übrigens auch meine Besprechung von David Greigs “Gelber Mond” am Theater Bremen. Just for the record, die Links sind wie bei Theater heute üblich nur für Abonnenten abrufbar.

Ein guter Februar, dieses Jahr. In absoluten Zahlen natürlich nicht ganz so der Burner, klar, ist ja ein kurzer Monat, aber ein hoher durchschnittlicher Tagesbesucherwert. Da merkt man, dass das Wetter so entsetzlich ist, es gibt schlicht wenig zu tun außer sinnlos rumzusurfen. Interessant auch die am häufigsten gegooleten Begriffe: Erstmals sind das nicht “Thomallas Titten” oder so etwas, es ist “Sarah Wagenknecht nackt”. Linkskonservative Masturbatoren oder Rechte, die den Linken am Zeug flicken wollen, man weiß es nicht, aber was man wissen sollte, ist das: Sarah Wagenknecht, die macht doch den Drecksjob für die Rechten! Behauptet, eine Linke zu sein, ist aber in allem, was sie sagt so weit rechts, da schlackert die CSU mit den Ohren! (Mit den roten Ohren übrigens, weil sie sich gerade vorgestellt hat, wie ihr Gottseibeiuns nackt aussieht. Hihi.) Andere Suchbegriffe waren aber auch schön.

1. senf ins gesicht frittenbude Es gibt die früher Münchner, jetzt Berliner Band Frittenbude, aber die spritzt in der Regel nicht mit Senf. Frittenbude veröffentlichen ihre Musik auf dem Hamburger Label Audiolith, und auf Audiolith ist es auch eine weitere Band aus München unter Vertrag, Tubbe. Jedenfalls: Es existiert von Tubbe ein Video zum Song “Liebe.Fertig”, und am Ende dieses Videos ejakuliert ein riesiger Phallus der Sängerin etwas ins Gesicht. Aber das ist, glaub’ ich, kein Senf. Hm. Oder geht es bei der Frage überhaupt nicht um die Band Frittenbude, sondern vielleicht um versicherungsrechtliche Fragen, wenn man an einer Bude Senf … äh. Dann kann ich nicht helfen. Jetzt weiter mit Musik.

2. die frau mit schubladen salvador dali was bedeutete es Das ist so eine typische Schülerfrage. Ich stelle mir einen pickligen Dreizehnjährigen vor, nennen wir ihn Kevin, der am nächsten Tag ein Referat im Kunstunterricht halten muss, aber zu faul ist, sich selbst mit einem Kunstwerk zu beschäftigen, ach, im Internet wird sich schon was finden. Wird sich sicherlich, Kevin, irgendwo. Aber nicht hier. Und ob dir das, was du da findest, weiterhilft, da wäre ich mir auch nicht zu 100 Prozent sicher.

3. roger vontobel/jana schulz Hier hat sich hingegen wirklich jemand Gedanken gemacht. Theaterregisseur Roger Vontobel (den ich durchaus mag) arbeitet sehr gerne mit Schauspielerin Jana Schulz (die ich extrem mag) zusammen, leider nicht mehr in Hamburg, was mit dem kulturpolitischen Desaster am Schauspielhaus zu tun hat. Zuletzt machten die beiden, denke ich, zusammen Shakespeares “Richard III” am Schauspielhaus Bochum.

4. linsen und spätzle sind unglaublich lecker.

5. müssen darsteller in modernen inszenierungen nackt sein Nein, müssen sie nicht. Tatsächlich habe ich sogar schon mehr Inszenierungen gesehen, in denen die Darsteller nicht nackt sind, als Inszenierungen, in denen die Darsteller nackt sind. Andererseits kann es durchaus vorkommen, dass ein Schauspieler nackt ist. Das kann inhaltliche Gründe haben (in Stefan Puchers “Othello”, 2004 am Hamburger Schauspielhaus, duscht Alexander Scheer in der Titelrolle und verliert dabei in Teilen seine schwarze Hautfarbe, da wäre es lächerlich, würde er eine Badehose tragen). Es kann aber auch damit zu tun haben, dass ein Schauspieler nackt seine Professionalität verliert, was eine ästhetische Entscheidung ist (Einar Schleef hat einmal sinngemäß gesagt, dass nackte Schauspieler sich nicht mehr hinter ihrem Handwerk verstecken können). Und manchmal ist es auch schlicht aufgesetzt.

6. wiener schnitzel dekonstruktion Das ist so ziemlich meine Lieblingsanfrage. Postmoderne, gutes Essen, Wien, alles drin.

7. intellektuelles niveau petersburger schlittenfahrt Hust. Wenn ich es richtig weiß, ist die “Petersburger Schlittenfahrt” eine Sexstellung: Der aktive Partner hat die Knie angewinkelt, der Passive ruht auf diesen Knien und wird dabei penetriert. Ist für den Aktiven ein wenig unbequem, aber durchaus lustvoll. Aber: intellektuelles Niveau?

8. darf man beim cirque du soleil fotografieren? Darf man nicht. Klare Frage, klare Antwort.

Der Juni war ein schlechter Monat? Blödsinn: Ein richtig schlechter Monat war der Juli, von den Besucherzahlen her: Gerade mal ein Viertel der Leute, die im Mai sich hierher verirrt hatten, kamen im Juli vorbei. Vielleicht ist das ja auch eine ganz gute Entwicklung, man kommt zurück auf den Boden der Tatsachen, und diese Tatsachen sagen: Eine dreistellige Besucherzahl pro Monat ist auch ganz schön, ich heiße ja nicht Anke Gröner. Bloß: die Gründe? Urlaubszeit? Kein “Tatort”, den ich hätte rezensieren können? (Nicht lachen: Die Fernsehkritiken spülen mir immer Hunderte Besucher in die Bandschublade.) Keine interessanten Themen? Ich meine, das ist ein Kulturblog, das leidet unter Sommerloch. Hauptsächlich wahrscheinlich: Irgendetwas ist an den Google-Algorithmen kaputt, der Suchmaschinenmonopolist schickt hier nur noch wenige Surfer vorbei, und dann auch nur mit ganz eigenartigen Suchanfragen. Andererseits sind eigenartige Suchanfragen natürlich auch das Salz in der Suppe dieser Rubrik.

1. “don’t be a maybe marlboro” Ach ja, ich regte mich ja extrem über die aktuelle Werbekampagne der möchtegerncoolen Zigarettenmarke auf. Interessierte anscheinend noch ein paar Leser, was es da zu sagen gab, ich hoffe: mit kritischen Motiven.

2. “nackte frauen erotisch” Ist das jetzt eine Frage? So in etwa: “Sind nackte Frauen erotisch?” Würde ich mit “Schon, manchmal” beantworten. Aber wahrscheinlich ist die Googleanfrage anders gemeint, sie bezieht sich auf dieses “manchmal”, von wegen: “Ich suche Bilder von nackten Frauen, und zwar solche, die erotisch sind, nicht etwa solche, die nackte Frauen unter der Dusche zeigen.” Keine Ahnung, ob ich da helfen konnte, helfen kann ich aber mit der Weisheit: Nackte Frauen mögen manchmal erotisch sein, manchmal sind Frauen aber sogar im bekleideten Zustand erotisch. Frauen, die kleinen Wundertüten.

3. “liebe mich dann wenn ich es am wenigsten verdient habe denn dann brauche ich es am meisten” Holla! Anscheinend ist das ein geflügelter Satz, zumindest findet man ihn auf diversen Poesiealbum-Seiten, allerdings mit unbekanntem Autor. Falls jemand nochmal hier nach diesem Satz sucht, dann möchte ich antworten: strohdoofer Satz. Der eigentlich alles entschuldigt – ich stelle mir einen Typen vor, der seine Freundin gerade grün und blau prügelt und währenddessen “Liebe mich dann, wenn ich es am wenigsten verdient habe, denn dann brauche ich es am meisten” vor sich hinmurmelt. Unschön.

4. “zeig mir wie das geht mit dem sex doppelstecker” Bitte?

5. “schwule pronoseiten” Das solche 08/15-Anfragen bei mir landen, hat ausschließlich mit dem Rechtschreibfehler “prono” zu tun. Und sagt mir, dass ich ein bisschen mehr auf korrekte Orthographie achten sollte.

6. “aktuelles über jana schulz” Ach, da wüsste ich ja auch gerne ein wenig. Jana Schulz, hoch geschätzte Schauspielerin, arbeitet weiterhin hauptsächlich mit ihrem Stammregisseur Roger Vontobel, und weil der nichts mehr in Hamburg macht, ist Schulz auch über die Wupper respektive Elbe gegangen. So wie ich das sehe, ist sie momentan hauptsächlich in Bochum zu bewundern, kommende Spielzeit zunächst in “König Richard der Dritte”.

7. “tiermotive für die wand fürs baby name vincent” Eine ultraspezifische Anfrage, ich würde sogar sagen: So spezifisch, da gibt es nicht nur bei mir keine Antwort, da gibt es nirgendwo eine Antwort. Vielleicht noch die: Wenn Vincent tatsächlich noch ein Baby ist, dann wird es ihm verhältnismäßig egal sein, was für Tiermotive da an seiner Wand prangen. Und sobald Vincent ein Teenager ist, wird er es scheiße finden. Teenager finden ja alles scheiße.

8. “schaemt sich christian wulff nicht” Ja, das frage ich mich auch. Und, nein, ich denke, er schämt sich wirklich nicht.

Ach, gerne würde ich erzählen, wie es so war, gestern, bei “König Lear” im Schauspielhaus. Ich würde erzählen, dass ich Markus John, Samuel Weiss und Jana Schulz toll fand wie immer, Ute Hannig und Katja Danowski besser als gewohnt und Julia Nachtmann wie jedes Mal zum Davonlaufen. Ich würde etwas über eine kluge Bühnenlösung (Florian Parbs) erzählen und etwas über tolle Musik (Sebastian Weisner). Und ich würde versuchen, eine Antwort zu finden auf die Frage, weswegen mich die Inszenierung Georg Schmiedleitners so unglaublich kalt ließ, dass ich nicht einmal sagen kann, ob das jetzt eine gute Aufführung war oder eine schlechte; ich würde versuchen eine Antwort zu finden auf die Frage, weswegen ich das Theater nach knapp dreieinhalb Stunden so indifferent verlassen habe.
Ach, und dann erinnere ich mich daran, dass es ja ein Luxus ist, gar nicht immer unbedingt eine Meinung haben zu müssen, dann erinnere ich mich daran, gar kein Rezensionsblog mehr sein zu wollen. Dann bewege ich mich sanft auf einen Nebenschauplatz, schaue was der neue Schauspielhaus-Chefdramaturg Frank Behnke (den Christine Dössel einmal in einem ihrer hübschen “Ich gehe auf eine Party, mache ein paar Fotos und schreibe was drüber”-Texte erwähnte) so zum Einstand gemacht hat. Und rümpfe die Nase, weil, dazu habe ich dann schon eine Meinung, nämlich: Ein Programmheft, das eigentlich nur ein doppelseitig bedruckter A4-Zettel ist, eine Besetzungsliste auf der einen Seite und eine kurze historische Einordnung des Stücks auf der anderen, das finde ich, tut mir leid, ein wenig … lieblos, ja, das ist das richtige Wort.