25. Oktober 2014 · Kommentare deaktiviert für Skinheads · Kategorien: Cat Content · Tags: , , , ,

In dem schraddeligen, kleinen Punk- und Ska-Laden, in dem ich mir neulich eine Ben-Sherman-Reisetasche gekauft habe und mich hinterher fragte, ob ich mit sowas womöglich Nazis unterstützt habe (habe ich nicht, ergaben meine Recherchen), in diesem Laden ist jetzt ein Frisör. „Wunderkopf“ heißt er, er ist stilvoll minimalistisch eingerichtet, ein sehr schöner Herr und eine ebenso schöne Dame umschwirren einen Kunden, was machen sie? Richten sie ihm die Haare, oder geben sie ihm nur das Gefühl, angenehm umschwirrt zu sein?

Ich will nichts dagegen sagen. Die beiden sehen toll aus, gerade in Bezug auf ihre Haare, und es ist gut, wenn Frisöre selbst schöne Frisuren haben, das ist so ein Vertrauensding. So toll würde ich auch gerne aussehen, vielleicht würde es klappen, könnte ich mir einen Besuch bei „Wunderkopf“ leisten, wer weiß, vielleicht könnte ich es mir leisten. Ich finde es ein wenig schade, eigentlich wollte ich mir vor dem Herbst noch ein paar neue Doc Martens kaufen, das geht jetzt nicht mehr, zumindest hier nicht. Ist aber im Grunde auch egal.

Nur die Skinheads, die zuvor im Punkladen rumhingen, für die ist der „Wunderkopf“ sicher nichts mehr.

Ich würde ganz gerne ein paar Aufgeregtheiten aus der Diskussion um Zuwanderung und Islamismus und Integration und Verweigerung derselben nehmen. Ich würde gerne in Zukunft nicht mehr über geifernde Kleinbürger sprechen, nicht mehr über Sarrazzin und Wilders und darüber, ob der Islam zu Deutschland gehört und das Christentum zur Türkei, von mir aus. Ich möchte anmerken: Ja, mag sein, dass es hier und da Probleme mit muslimischen Zuwandererjugendlichen gibt, es gibt ja häufig Probleme mit Jugendlichen, warum also nicht mit muslimischen. Mag alles sein, ich möchte nichts beschönigen, dass in muslimisch geprägten Sozialsystemen durchaus zu problematisierende Ansichten zu Frauenemanzipation, Homosexualität und intellektueller Selbstbestimmung vorkommen. Das mag ja sein.

Aber: Ich lebe in einem zentralen Großstadtviertel mit überdurchschnittlich hohem Migrantenanteil. Ja, an den Ecken hängen sie manchmal rum, die Arschlochjungs, und starren einen böse an, das ist nicht schön. Nur echte Probleme, die hatte ich noch nie, mit den Arschlochjungs, tut mir leid. Das ist nur meine persönliche Erfahrung, aber mir haben die noch nie etwas getan.

Im Gegensatz zu den Christen.

Liebe Teilnehmer der Hamburg Harley Days,

Wir mögen euch nicht.
Ihr stinkt, ihr lärmt, ihr verseucht die Umwelt, außerdem
seht ihr unmöglich aus und
vertretet einen Freiheitsbegriff, der schon vor 40 Jahren verlogen war.
Aber wir zeigen euch das nicht,
wir schütteln nicht die Faust, wenn ihr vorbeiknattert,
wir schauen euch nur nach, gleichgültig, mit stiller Verachtung.
Ihr mögt das Hanseatisches Understatement nennen,
Leben und leben lassen, Toleranz, Weltoffenheit, was auch immer.
Wir nennen es Professionalität.
Denn wir wissen: Ihr seid keine Rebellen,
ihr seid ekles Establishment, dumm und satt und fett,
Und wir wissen: Ihr lasst Geld in der Stadt.
Und deswegen lassen wir euch gewähren,
weil ihr doch ohnehin bald wieder weg seid,
in Soltau und Nordstemmen und Kierspe,
Dorfzahnärzte, Dorfanwälte, Dorfestablishment, das ihr seid.
Und wir sind eure stolzen Huren,
wir machen die Beine breit für euch,
wir lassen euch gewähren, mehr noch,
wir haben Berufsethos, wir wollen, dass ihr euch wohlfühlt.
Nur dass ihr uns wirklich gefallen würdet,
das bildet euch nicht ein.
Wir mögen euch nicht.

(In der Innenstadt nerven sie wirklich sehr.)