23. März 2013 · Kommentare deaktiviert für In dem Raum neben dem Raum neben dem Raum mit dem Spinett · Kategorien: Schubladendenken · Tags: , , , ,
Eine sbstrakte Komposition in Graustufen. Angedeutet: ein singender Keyboarder.

Eine abstrakte Komposition in Graustufen. Angedeutet: ein singender Keyboarder.

Was ich beim Jens-Friebe-Konzert gelernt habe.

– Das Fundbureau gibt es noch. Schon seit fünf, sechs Jahren nicht mehr war ich nicht mehr da, in diesem außergewöhnlich stimmungsvollen Club an einer der abgewrackstesten Ecken der Innenstadt, unter der Sternbrücke. Man merkt immer erst dann, dass man etwas vermisst hat, wenn man es unerwartet wiedersieht.

– Ebenfalls nicht gemerkt, wie sie mir gefehlt haben: die kunstvollen Camp-Chanson-Indie-Disco-Schlager des Herrn Friebe, „Frau Baron“, „Charles de Gaulle“, „Neues Gesicht“. (Warum, zur Hölle, verzichtete Friebe auf „Lawinenhund“?)

– Singen und gleichzeitig Keyboard spielen, sieht scheiße aus. Immer. Selbst wenn man so attraktiv ist wie Jens Friebe. (Was auch der Grund ist, weswegen ich ein Foto gemacht habe, auf dem man rein gar nichts erkennt. Es ist nicht so, dass ich mich nicht getraut hätte, weiter nach vorn zu gehen, es ist nicht so, dass ich einfach keine besseren Fotos machen kann, nein, ich will Friebe davor schützen, als singender Keyboarder erkannt zu werden. Keine Ursache, hab‘ ich gern gemacht.)

– Stehschlagzeuger sehen hingegen immer großartig aus. Und wenn sie außerdem noch so toll klingen wie Chris Imler, dann ist das einfach nur Zucker.

– Chris Imler ist ohnehin voll die coole Socke.

– Was ist besser: ein Konzert, bei dem man nach zwei Stunden Spielzeit wie geplättet aus dem Club wankt und nur noch dumpf ins Bett möchte? Oder ein Konzert, bei dem man nach einer knappen Stunde fröhlich im Foyer steht und sich austauscht, wie schön es war, aber, ach, ein klein wenig länger hätte er doch wirklich spielen können? (Zum Beispiel hätte er noch „Lawinenhund“ spielen können!)

– A propos Foyer: „Pfeffi“ ist ein Getränk, das muss ich nicht zwingend noch einmal haben.

– Wenn Songs funktionieren, dann stört es auch nicht, dass alle ein, zwei Minuten eine S-Bahn über die Köpfe donnert. Man blendet das dann einfach aus. Und wundert sich später beim Pfeffi im Foyer, was das für ein nervtötendes Dröhnen ist, alle ein, zwei Minuten.

– Wie gut die Friebe-Songs funktionieren, merkt man, wenn sie sich opulent arrangiert auf CD anhört, dann ins Konzert geht, ins Konzert, bei dem Friebe an Gitarre und Keyboard steht und ansonsten nur noch die coole Socke Imler dabei hat, und alles klingt ganz anders als auf CD. Aber immer noch spannend.

– Ich habe Friebe aus den Augen verloren, während der vergangenen Jahre. Dass ich ihn vermisst habe, wurde mir gestern klar.