21. Juni 2014 · Kommentare deaktiviert für Die dumme, dumme Seilbahn · Kategorien: It's a dirty job but someone's gotta do it · Tags: , , ,

Sie planen jetzt also eine Seilbahn. Über die Elbe. Ach, wer bin ich, dass ich den Leuten den Spaß verderbe, sollen sie ihre Seilbahn bauen, sie wird hässlich aussehen, aber was sieht nicht alles hässlich aus in dieser Stadt? Würde es nach mir gehen, würde die Seilbahn nicht gebaut, aber ich bin auch nur einer von 289876 Einwohnern in Hamburg-Mitte, viel zu sagen habe ich nicht, vergleichsweise. Ich werde beim Volksentscheid im August meine Stimme abgeben, gegen die Seilbahn, das ist meine demokratische Pflicht.

Was ich aber nicht aufhören werde, ist: mich darüber zu ärgern, für wie blöde einen die Seilbahn-Befürworter halten, die Musicalbumsbetreiber Stage Entertainment am südlichen Elbufer. Behaupten, dass die Seilbahn doch ein Geschenk sei, ganz uneigennützig, für die Bürger der Stadt. Und diesen Ärger habe ich vorgestern auf Twitter formuliert. So:

 

Und auf diesen Tweet hat sich dann ein Befürworter der Seilbahn gemeldet. Ich habe mir länger überlegt, ob ich den Tweetdialog öffentlich machen sollte, aber, mal ehrlich, das ist Twitter, nicht Facebook oder Mail, das ist öffentlich! Als ob man auf einer Bühne stehen würde, um lautstark zu streiten! Deswegen muss der Herr B. jetzt auch damit leben, dass ich seine irrsinnige Argumentation in die Helligkeit dieses Blogs zerre – er hat das Ganze ja schon exponiert, indem er mir geantwortet hat. Außerdem bette ich seine Zitate nur ein, sollte ihm also plötzlich peinlich sein, was für einen Blödsinn er verzapft hat, kann er sie auf Twitter einfach löschen, dann verschwinden sie auch hier. Falls er kapiert, wie das geht. Seilbahn-Fans, kapiert ihr das?

 

 

Oh, also wird schon davon ausgegangen, dass das Ganze vielleicht doch kein Geschenk ist?

Oh ja, Hamburg ist natürlich eine ganz schlimme Stadt, die den Touristen rein gar nichts bietet. Nicht einmal einen begehbaren Fernsehturm. Und außer Fernsehtürmen und Seilbahnen gibt es ja gar keinen Grund, eine Stadt zu besuchen.

Das ist der Moment, an dem man merkt: Herr B. hat keinen Bock mehr, weiter zu twittern. Jetzt schimpft er nur noch.

… und kurz darauf bricht er die Diskussion auch ab. Nicht ohne mir noch einen mitzugeben: Ich argumentiere kleinbürgerlich. (In der Bezirksversammlung haben sich übrigens CDU und AfD in trauter Einigkeit für die Seilbahn ausgesprochen, SPD, Grüne und Linke sind dagegen. Soviel zu „Kleinbürger“.)

Ein paar Stimmen mit weniger Schaum vor dem Mund: Erik Hauth begründet in der Zeit seine Ablehnung des Vorhabens. Hamburg-Mittendrin stellt die Meinungen von Befürwortern und Gegnern einander gegenüber. Die Planer haben eine schicke Pro-Propaganda-Seite gebaut. Und auch die Gegner sind online.