02. November 2014 · Kommentare deaktiviert für Ponderosa · Kategorien: Cat Content · Tags: , , ,

Seit Jahren mal wieder Trickys „Maxinquaye“ gehört. Schon irre, wie unerhört diese 20 Jahre alte Musik immer noch klingt, diese schlurfende, kalte, beunruhigende Musik, diese hochsexualisierte Musik. Dabei festgestellt, dass Tricky damals ein Modell für Sexualität anbot, das heute vollkommen in Vergessenheit geraten ist. Heute ist Sexualität eigentlich nur noch: so ein Ausschließlichkeitsmodell, vulgo Ehe, Treue, Dings. Oder aber etwas, das in der Nachbarschaft zu Fitness und Sport steht, vulgo Rumgeficke. „Maxinequaye“ war anders. Auf „Maxinquaye“ war Sex vor allem eine Strategie, die Zumutungen des Kapitalismus auszuhalten, hier ein paar Küsse, dort ein paar Berührungen, schon ist einem nicht mehr ganz so kalt.

Der Sex auf „Maxinquaye“ war traurig, ich meine, es ist ja klar, dass diese Wärme nicht hält, andererseits, andere nehmen Drogen, und auch Drogennutzer wissen, dass das Runterkommen schlimm werden wird. Aber wenn die einzige Alternative ist, die Welt ohne Drogen aushalten zu müssen, dann nimmt man den Horror des Runterkommens in Kauf. Oder eben Sex, statt Drogen. Sex, den manchmal jemand mit einem teilt, nicht aus Eigennutz, nicht aus Liebe, sondern aus Solidarität. Jemandem zu helfen, die Unerträglichkeit ein wenig auszuhalten.

Mir gefällt dieses Modell, immer noch. Und dass es praktisch kaum noch gelebt wird, das hat, fürchte ich, etwas damit zu tun, dass Solidarität überhaupt derzeit nicht den besten Ruf hat. I drink till I’m drunk and I smoke till I’m senseless.

28. Oktober 2014 · Kommentare deaktiviert für Berlin · Kategorien: Cat Content · Tags: , ,

Ein Traum.

Ich erzähle, dass es damals die richtige Entscheidung war, nach Hamburg zu gehen. Ich erzähle, wie schwer ich mit dieser Stadt getan habe, jahrelang, aber dass ich mich mittlerweile hier wohl fühle, dass ich gerade das Gefühl habe: Nirgendwo passe ich besser hin als hierher. Ich erzähle, dass mir Berlin zu nahe kam, dass ich Abstand brauchte, dass mich Berlin wahrscheinlich über kurz oder lang aufgefressen hätte. Und dass mir immer noch das Herz aufgeht, wenn ich in Berlin bin.

Und sie nimmt mich in den Arm, zuerst denke ich, sie stimmt mir zu, aber dann merke ich, dass ihr Gesicht nass ist von Tränen. Sie schluchzt, dass sie sich freue, weil ich alles richtig gemacht hätte. Sie hält mich im Arm, lange, zu lange eigentlich, ich merke langsam, dass das hier ein Abschied ist. Ich weiß, wir werden beobachtet, ich weiß, dass uns ihr Mann beobachtet. Ich fühle, dass das jetzt ein Problem ist, ich fühle etwas Unangenehmes, aber all das, um das es hier geht, ist irgendwie unangenehm, ein Stich, eine Verletzung. Ich lasse es zu, beobachtet zu werden.

Der Traum bewegt sich in eine eigenartige Richtung.